Heinz Wich ist ein Coburger Urgestein. Am vergangenen Mittwoch feierte er seinen 100. Geburtstag in seinen eigenen vier Wänden, einer Mietwohnung, in der er bereits seit 1982 lebt.

Wich erblickte als zweites Kind seiner Eltern am 4. März 1920 in Coburg das Licht der Welt. Seine Schwester Johanna war schon fünf Jahre alt. Von 1926 bis 1934 besuchte der Jubilar als Kind die Lutherschule in Coburg. Nach der Schule erfolgte für dreieinhalb Jahre seine Lehrzeit zum Klempner und Sanitärinstallateur in der Coburger Kreuzgasse. Anschließend ging er für ein halbes Jahr zur Sanitärfirma Trutz, bevor er 1938 seinen Arbeitsdienst und 1939 seinen Wehrdienst in Kiel antrat.

Der Zweite Weltkrieg (1939 - 1945) begann, und Heinz Wich kam als Gefreiter bei der Luftwaffe in Nord-Norwegen zum Einsatz. Der Krieg dauerte an, und der junge Mann war unter anderem in Berlin, Frankreich und wieder Norwegen stationiert. Bis 1946 war Heinz Wich in das Kriegsgeschehen eingebunden.

Gerne erinnert er sich an seinen Urlaub als Soldat im April 1944. Denn: "Am 7. April 1944 heiratete ich meine große Liebe Maria", betonte der Jubilar. Mit seiner geliebten Frau Maria durfte er 66 Jahre des Eheglücks erleben. Bis heute steht ein Bild seiner Frau auf der Schrankwand im Wohnzimmer, mit einer roten Rose davor, als Liebesbeweis. Am 11. Juli 1944 wurde Tochter Heidemarie geboren und am 27. Juli 1946 die zweite Tochter Evelyne. Diese lebt mit ihrer Familie seit 44 Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Heinz Wich als Schweißer bei der Firma Brose angestellt und blieb dort bis zu seinem Rentenalter tätig. Als ein Rezept für ein 100-jähriges glückliches und ausgefülltes Leben benannte Wich: "Arbeiten, arbeiten und malochen!" Seine Tochter Heidemarie Kaschny und seine Enkelin Tanja Stöhr wiesen darauf hin, dass er zudem seine geliebte Frau an seiner Seite gehabt habe. Wie Tochter Heidemarie betonte, sei die Mutter immer wieder auf den familiären Ausgleich bedacht gewesen. Vor allem, wenn die Arbeit oder das Leben für ihren Vater sehr stressig gewesen sei.

Maria war wirklich die große Liebe von Heinz Wich. Wie er berichtete, hätten seine Frau und er immer wieder gemeinsam etwas unternommen. So wanderte das Ehepaar gerne, ging in Österreich und Italien in die Berge und beschäftigte sich intensiv mit der Gartenarbeit. Ausschweifend hätten sie aber nie gelebt. Wich hob hervor: "Wir gingen spazieren, dann haben wir etwas gegessen und getrunken und dann sind wir wieder heimgelaufen."

Nach Möglichkeit ging Wich in früheren Jahren zum Kegeln. Bis heute macht er sich gerne zu Fuß auf den Weg in die Stadt. Seine Wohnung im dritten Stock verlässt er durchschnittlich dreimal am Tag. Zuerst holt er die Zeitung, das Coburger Tageblatt, aus dem Briefkasten, dann geht er - wenn möglich - in den Garten und arbeitet dort, dann geht oder fährt er in die Stadt. Nach wie vor ist Heinz Wich rege und aktiv am Alltagsleben und den aktuellen Ereignissen interessiert. Als sehr positiv in seinem Leben sieht er an: "Ich habe mein Leben so gelebt, wie es mir gepasst hat." Sehr gerne trinkt er bei Gelegenheit einen Bacchus und einen kleinen Willy.

Zusammen mit seiner Familie feierte er sein großes Jubiläum. Nun hofft der Hundertjährige, dass er noch ein paar Jahre selbstständig und gesund verbringen darf.

Gelegentlich kümmert sich seine Tochter Heidemarie um sein Wohlbefinden. Heinz Wich hat drei Enkelkinder und sechs Urenkel.

Coburgs Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Stadt sowie einen bunten Geburtstagsblumenstrauß.