Bamberg — Es ist eine gute und schöne Tradition der IG Metall Bamberg, jedes Jahr im Herbst ihre Mitglieder zu ehren, die 25, 40, 50 und auch 60 Jahre ihrer Gewerkschaft verbunden sind. Im feierlichen Rahmen wurden diesmal im Welcome Hotel 548 Jubilare geehrt.
Der Erste Bevollmächtigte Matthias Gebhardt machte deutlich, dass die IG Metall das Engagement der Mitglieder brauche, um diese Erfolge weiter sichern und ausbauen zu können, und freute sich über insgesamt 17 595 Mitgliedsjahre der zu Ehrenden. "Ihr macht die IG Metall aus. Herzlichen Dank für die vielen Jahre die ihr zur IG Metall gehört", sagte Gebhardt.
In Vertretung des Oberbürgermeisters übermittelte der Dritte Bürgermeister Wolfgang Metzner (SPD) die Grußworte der Stadt Bamberg. Er dankte den Jubilaren für ihr Engagement bei der IG Metall und dem Einsatz für höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Mitbestimmung in der Region. Den Gewerkschaften sprach er eine besondere gesamtgesellschaftliche Verantwortung zu. Mathias Eckhard, DGB-Regionsvorsitzender, betonte in seinem Grußwort, dass vieles heute als selbstverständlich hingenommen werde. "Dabei sind die Arbeitsbedingungen und Löhne wie wir sie heute erfahren, das Ergebnis langer Auseinandersetzungen", sagte er.
Matthias Gebhardt unternahm mit zwei langjährigen Jubilaren einen Streifzug durch die Geschichte. Sie gingen auf die wichtigsten Ereignisse der Jahre 1954, 1964, 1974, und 1989 ein. Zu ihren Anfängen als Metaller und zu den damaligen Arbeitsbedingungen wurden Hermann Bogensperger (ehem. Betriebsrat bei Bosch in Bamberg) und Wilhelm Kraupner (Betriebsrat bei Kennametal in Ebermannstadt) interviewt. In den Interviews kamen einige Anekdoten zum Vorschein, und die Verbundenheit zur Gewerkschaft wurde bei den Befragten mehr als deutlich. Bogensperger erfuhr während seiner Lehre noch den Streik um die 45-Stunden-Woche und entschied sich deshalb anschließend, der Gewerkschaft beizutreten. 87 Pfennige Stundenlohn gab es zur damaligen Zeit als Ausgelernter. Nach einiger Zeit als Geselle wechselte er zur Firma Bosch. Dort wurde er zum Betriebsrat gewählt und engagierte sich seitdem als aktiver Metaller. Nach wie vor steht Hermann Bogensperger hinter seiner IG Metall und betonte, dass seine Generation viel für die Nachfolgenden geleistet habe.
Wilhelm Kraupner berichtete über seinen Start ins Berufsleben Anfang der 70er-Jahre und wie er zur damaligen Firma Hertel (heute Kennametal) in Ebermannstadt gekommen ist. Ebenfalls veranschaulichte er seinen Einstieg in die Kommunalpolitik als SPD'ler und erzählte, wie schwierig es damals gewesen sei, mit Wahlwerbung auf seiner Zündapp voranzukommen. Die bemerkenswerten Interviews erhielten großen Beifall der fast 250 Gäste. Mit der musikalischen Begleitung durch das Fugmann-Duo und bei einem Büfett klang die Ehrungsfeier aus. red