Seit über 40 Jahren gehört Michael Busch der SPD an. Die Ehrung als Jubilar sollte eigentlich schon im vergangenen Sommer erfolgen. Aber da klappte es nicht, und deshalb erhielt der Landtagsabgeordnete die Urkunde bei einem anderen geeigneten Termin. Der ergab sich, als Norbert Walter-Borjans, einer der beiden Bundesvorsitzenden der SPD, Anfang März in Coburg weilte. Eigentlich war es ein Termin im Kommunalwahlkampf, aber fürs Foto mit Übergabe von Ehrennadel und Urkunden fanden sich noch ein paar Minuten.

Weil die Urkunde schon im Sommer 2019 ausgefertigt war, trug sie die Unterschrift der damaligen Parteivorsitzenden Andrea Nahles. Die ist längst nicht mehr im Amt; Busch war ohnehin immer gegen sie gewesen, und Walter-Borjans unterschrieb kurzerhand ebenfalls. Somit dürfte Busch nun eine einzigartige Urkunde haben.

Buschs berufliche Karriere hängt eng mit seiner Laufbahn in der SPD zusammen: Nach dem Besuch des Gymnasiums Albertinum in Coburg war er Soldat auf Zeit bei der Heeresfliegerversorgungsstaffel 265 Roth und beim Sanitätslehrbataillon 851 München. Von der Ausbildung her ist er staatlich anerkannter Krankenpfleger und Bürokaufmann, tätig war er unter anderem bei einer Krankenkasse und als Geschäftsführer des Kreisjugendrings Coburg. 2008 wurde Busch für die SPD zum Landrat gewählt. Seit 2018 gehört er dem bayerischen Landtag an, sitzt dort im Ausschuss für Gesundheit und Pflege. In die SPD war Busch schon 1977 eingetreten, im Alter von 20 Jahren. 1984 wurde er in den Ebersdorfer Gemeinderat gewählt, 1990 in den Kreistag. Inzwischen wohnt er in der Stadt Coburg und kandidierte auf Platz 40 der Stadtratsliste. Am 15. März wurde er immerhin bis auf Platz 23 nach vorne gewählt.

Aus SPD-Sicht war der Kurzbesuch von Norbert Walter-Borjans in Bayern gar nicht so schlecht: In seinen Stationen Coburg, Hof und Weiden gewannen die SPD-Kandidaten. Nur in Wunsiedel gelang das nicht. sb