Meist sind es die Trommelklänge, die Unheil verkünden. So wird auch das Unheil in Obertrubach angekündigt, als die Schneekönigin mit ihrem kalten, distanzierten und gebieterischen Gesichtsausdruck das harmlose Spiel der Kinder Gerda und Kai unterbricht.
Gerda und Kai fahren Schlitten und werfen mit Schneebällen, als die Schneekönigin die Bühne betritt. Unnahbar und doch einnehmend lockt sie Kai zu sich, bringt ihn unter den Bann ihrer dunklen Macht. Sophie Singer, die als Schneekönigin ihr Publikum und ihre Lehrer beeindruckt, schafft das durch Mimik und Gestik.


Tänze und Texte lernen

Unglaublich ist die schauspielerische Leistung des jungen Mädchens, da sind sich Nicole Grüner und Kristin Singer einig. Die Schauspiel- und Tanzkünste aller jungen Mimen wirken so leicht und mühelos. Aber hinter allem, was eher spielerisch wirkt, verbirgt sich harte Arbeit. Bei dem Musical "Die Schneekönigin" genügten zwei Tage, dann konnten die talentierten und engagierten Kinder das Ergebnis auf der Bühne zeigen.
Zehn Kinder bis zwölf Jahre sollten mitwirken, ansonsten würde das Vorhaben abgeblasen werden. 15 Kinder meldeten sich an. "Sie haben keine Müdigkeit gezeigt", loben Grüner und Singer die Ausdauer ihrer Schützlinge. Diese waren mit Begeisterung dabei und erstaunten durch ihre Leistung. "Ich wusste nicht, wie viele Talente wir hier haben", sagt Grüner begeistert über die schauspielerischen, tänzerischen oder gestalterischen Begabungen.
Während Nadine Hüttlinger als Gerda und ihr Tanzpartner David Häfner bei Nicole Grüner im Einzelschauspielunterricht noch Tipps erhalten, übt in der Turnhalle der Volksschule in Bärnfels eine Gruppe den Frühlingstanz. Immer wieder schauen die Kinder zu ihrer Tanzlehrerin, um sicherzugehen, die richtigen Schrittfolge der Choreografie nachzuahmen.


Kulissen sind selbst gebaut

Den Hauptfrühling tanzt Hannah Habermann, beim Sommer sind Pauline Grüner und David Häfner federführend. "Wir haben darauf geachtet, dass jedes Kind gleich oft auf der Bühne ist", sagen Grüner und Singer, die Jugendbeauftragten der Gemeinde. In nur wenigen Stunden haben die beiden Frauen mit den Kindern die Liedtexte und Tanzschritte einstudiert. Ein Kraftakt.
Manche Kinder wollen gar nicht so oft auf der Bühne sein. Tim und Jakob beispielsweise spielen die Räuber, das reicht ihnen. Wer gerade nicht am Üben ist, hilft im Pausenhof beim Kulissenbau. Schneeflocken werden auf eine grau lackierte Felsenwand gemalt oder als Wattebausch geklebt. Auch die Kostüme mussten in den zwei Tagen angefertigt werden. Nina Frühbeißer, Laura Körber oder Titian Leistner unterstützten ebenfalls tatkräftig bei der Umsetzung dieses Ferienangebots.
In einem anderen Gebäude werkelt Stefan Pflaum in seinem Technikworkshop, um die Lichteffekte und die Pyrotechnik zu programmieren. Diese Effekte können nicht geübt werden. Bei den Einzelproben und bei der Generalprobe müssen die jungen Künstler ohne die Pyroshow auskommen.
Wenn Kai und Gerda in Winterkleidung auf ihrem Schlitten sitzen, die Schneekönigin den Jungen auf ihre dunkle Seite zieht und sich Gerda durch die Jahreszeiten auf die Suche nach ihrem Freund macht, dann wird die Lichtershow eines der vielen i-Tüpfelchen sein, die das Musical zu einem richtig professionellen Auftritt werden lassen. Gerda begibt sich schließlich auf die Suche nach Kai und wagt den Kampf gegen das Böse. Dass die Liebe siegt, zeigen Gerda und Kai in ihrer Schlusstanzszene. Nur küssen mussten sich die beiden jungen Schauspieler im Ferienprogramm noch nicht wie die Profis. map