Glutenfrei war das Schlagwort im Saal des "Schleichers Bräustübla". Braumeister Oskar Döllinger von der Brauerei Schleicher hatte zur Vorstellung zweier Biere eingeladen - und siehe da, Gäste und Prominenz gaben sich die Klinke in die Hand.
"Es ist das erste Bio-Bier aus der Brauerei Schleicher, das glutenfrei ist und gleichzeitig das strenge deutsche Reinheitsgebot erfüllt", so Döllinger. Diese Premiere, so war der Eindruck der Gäste, ist dem umtriebigen und kreativen Kaltenbrunner Braumeister zu verdanken, dem es nach jahrelanger Forschung gelungen ist, Biere nachhaltig und vor allem aus regionalen Rohstoffen glutenfrei zu brauen, nämlich ein "Natural Helles" und ein "Natural Radler".
Bereits im September 2016 hatte die Brauerei vom Stifterverband des Deutschen Wissenschaftsrates die Auszeichnung "Innovativ durch Forschung" erhalten, und zwar dafür, dass ihre Forschungsergebnisse zur Veredelung marktfähiger Produkte führten. "Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal", so Döllinger.
Glutenfreies Bier bedeutet, dass die in Weizen, Roggen oder Gerste enthaltenen Eiweiße entfernt werden und somit nicht mehr oder nur in sehr geringen Mengen enthalten sind. Sie sind somit zum Konsum für Menschen mit Glutenunverträglichkeit geeignet. Für die Herstellung glutenfreien Bieres ist neben der Verwendung glutenfreier Getreidearten als Ausgangsstoff für den Brauprozess jetzt auch der Einsatz der herkömmlichen Getreidesorten möglich, sofern mittels technologischer Spezialverfahren das Gluten entfernt worden ist.
Im Rahmen der Präsentation betonte Landrat Michael Busch, dass Döllinger immer wieder neue Wege finde, um ans Ziel zu kommen. "Ich bin stolz, solche Unternehmen bei uns zu haben", so Busch. MdB Hans Michelbach stellte fest, dass Innovation auch bei engagierten Mittelständlern stattfindet, wobei die Brauerei Schleicher eine Marktlücke entdeckt habe.
Umrahmt wurde der Vorstellungsabend zum Einen von einer Lesung von Martin Droschke - "Für Biertrinker ist Franken der Himmel auf Erden, und wer gelebte Tradition sucht, der wird hier fündig" - sowie einer Podiumsdiskussion, geleitet von Stefan Hinterleitner, an der neben dem Braumeister Oskar Döllinger Thomas Apfel, Jürgen Volk und Ulrike Umlauft zu Wort kamen. Deren Resümee: "Eine echte Bereicherung für das Coburger Land."