"Alles hat seine Zeit", trug Helmut Krämer (CSU/Einigkeit) bei seiner Verabschiedung kürzlich vor. Seine Zeit als Erster Bürgermeister endete nach 30 Jahren am 30. April. Am 1. Mai übergab er vormittags den Schlüssel für das Rathaus an seinen Nachfolger Stefan Reichold (SPD). "Es freut mich, dass du der neue Bürgermeister bist. Heiligenstadt hat eine gute Wahl getroffen", meinte Krämer zu seinem Nachfolger gewandt. Zur Verabschiedung des Bürgermeisters - die ausscheidenden Marktgemeinderäte wurden bei dieser Gelegenheit nicht verabschiedet - in der Oertelscheune waren wegen Corona nur Marktgemeinderäte und einige Ortssprecher geladen. In wenig feierlichem Rahmen und auf Abstand trugen die Fraktionsvertreter kurze Lobreden vor und überreichten Geschenke.

Monika von Stauffenberg (CSU) erklärte, dass der Name Krämer von Kram abstamme und bedeute: der Umgang mit den Dingen. "Selbstredend steht das für Sie. Krämer bedeutet, der, der handelt. Das haben Sie 30 Jahre erfolgreich getan", meinte sie und überreichte für die CSU-Fraktion einen Blumenstrauß.

Hans Göller (SPD) verriet, dass eigentlich eine große Verabschiedung geplant war: "Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben." Er lobte Krämers Leistungen, seinen Fleiß und Einsatz und meinte: "Ohne Geschäftsführer Rüdiger Schmidt wäre vieles nicht so gut gegangen in deiner Amtszeit."

Alexander Stöcklein (BN) lobte auch Brigitte Krämer, die ihrem Mann den Rücken freigehalten hat und überbrachte einen Heiligenstadter Originalstein für das Urgestein Krämer.

Peter Landendörfer (WG) verriet, dass er sich fast jeden Tag ein altes Bild von Krämer als junger Mann anschaue und meinte, dass er ihn "in kritischer Gewogenheit" über die vielen Jahre begleitet habe. "Dein Vorgänger Daum hatte seine Ära. Du hast deine 30 Jahre in derselben Kategorie", trug Landendörfer vor und ergänzte, dass er Krämer immer Respekt entgegengebracht habe. Landarzt Landendörfer bezeichnete Geschäftsführer Schmidt als "stabilisierendes Enzym", ohne den es nicht gegangen wäre.

Helmut Krämer selbst zählte seine Leistungen auf und erzählte, dass er vor 30 Jahren vor der ersten Sitzung gejoggt war, ebenso vor der letzten Sitzung. Er zählte auf, dass es in seiner Amtszeit 1000 Sitzungen gegeben habe und 15 000 Beschlüsse gefasst worden sind. Diese mussten vorbereitet, abgearbeitet und umgesetzt werden. Hierbei stand ihm 29 Jahre Rüdiger Schmidt als Geschäftsführer zur Seite. "Er ist der beste und fleißigste Geschäftsführer des Landkreises", meinte Krämer und lobte, dass er ihm durch seine Arbeit ermöglicht habe, dass er in verschiedenen Gremien tätig sein konnte. Mit einem Glas Sekt stießen die wenigen Gäste auf das Ende der Ära von Bürgermeister Helmut Krämer an.