W ussten Sie schon, dass Gott einen Spickzettel hat? "Ich habe Deinen Namen in meine Hand geschrieben." Steht in der Bibel.
In meine Hand habe ich auch schon mal den einen oder anderen Namen geschrieben. Aber im Zusammenhang mit einer Prüfung. Namen wichtiger Persönlichkeiten, die ich mir partout nicht merken konnte. Und nach der Abfrage wurden sie schnell gelöscht.
Bei dem Satz in der Bibel klingt das völlig anders. Er stammt vom Propheten Jesaja im 49. Kapitel, der uns so viel über Gott erzählt: "Die Menschen sagten: Gott hat mich verlassen, der Herr hat mich vergessen. Aber: Vergisst denn eine Frau ihr Kind, vergisst eine Mutter die Frucht ihres Schoßes? - Gott spricht: Selbst wenn sie es könnte, ich würde es nie übers Herz bringen, dich zu vergessen! Schau, in meine Hände habe ich dich eingezeichnet."
Ihr Name, mein Name in Gottes Hand eingeschrieben. Nicht wasserlöslich, damit ich ihn schnell mit Spucke wegkriege, wenn der Prüfer kommt. Nein, wasserfest, wischfest, wetterbeständig. Wie ein Tattoo: Mein Name in seiner Hand - Zeichen tiefster Verbundenheit - Beziehung, die unter die Haut geht.
Entspringen manche Tattoos auch diesem Wunsch, ein Zeichen tiefster Verbundenheit zu setzen? Geht hier Beziehung auch unter die Haut?
Am Sonntag frage ich in der "Sinnzeit" in Knetzgau ein Paar, das mich mit seinen Tattoos vor einiger Zeit sehr überrascht hat. "Schau auf meinen Arm, ich habe dich eingezeichnet." So könnten beide vielleicht in Variation der Zusage Gottes zueinander sagen. Ein starkes Statement. Liebe, die unter die Haut geht. Die Liebe Gottes, die Liebe eines Menschen: Wasserfest. Wischfest. Wetterbeständig.

(Johannes Simon, Knetzgau,
ist Pastoralreferent.)