Eckehard Kiesewetter Maroldsweisach — Denkbar knapp war bei der Bürgermeisterwahl im Jahr 2014 der Ausgang zwischen Wolfram Thein (SPD) und seinem damaligen Herausforderer Harald Deringer (CSU). Gerade mal 43 Wählerstimmen machten den Unterschied und hievten den SPD-Mann in den Bürgermeistersessel, dorthin, wo auch sein Vater Werner Thein von 1996 bis 2002 gesessen hatte.

Doch Maroldsweisachs Nimbus als rote Hochburg (immerhin hat der Markt auch die Bundestagsvizepräsidentin Susanne Kastner hervorgebracht) ist in den vergangenen 25 Jahren verblasst, was die politischen Karrieren von Wilhelm Schneider (Bürgermeister von 2002 bis 2014 und seitheriger Landrat) und des in Wasmuthhausen aufgewachsenen Landtagsabgeordneten und CSU-Kreisvorsitzenden Steffen Vogel belegen. Auch im aktuellen Gemeinderat liegen SPD und CSU mit 6:5 Mandaten Kopf an Kopf. So dürfte es also bei der Kommunalwahl am 15. März spannend werden, wenn sich der rote "Titelverteidiger" Thein mit der stellvertretenden CSU-Orts- und Kreisvorsitzenden Heidi Müller Gärtner einer neuen schwarzen Herausforderin stellt.

Der Bürgermeister kann auf fünf Jahre mehr an Lebens- und vier Jahre mehr an Gemeinderatserfahrung verweisen, außerdem spricht der Amtsbonus für die ihn, der antritt, "um die auf den Weg gebrachten Projekte voranzubringen und zu vollenden". Seine Herausforderin dagegen, die aktuell noch für die Junge Christliche Union (JCU) am Ratstisch sitzt, gehört zu den "Shootingstars" einer Partei, die auf allen Ebenen jünger und weiblicher werden will. Sie verspricht, "Schwung und Herzblut ins Rathaus" zu bringen.

Sehr stark wird es bei der Wahl auf die Persönlichkeit, die Beliebtheit der beiden Kandidaten ankommen, denn inhaltlich stehen sich beide sehr nahe. Beide verweisen auf die Errungenschaften im Markt, der mit seinem intakten Wirtschaftsleben, guter Infrastruktur und stattlichem Angebot an Arbeitsplätzen zentrale Bedeutung im Nordosten des Landkreises erreicht. Nach der Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes an der B279 hat "Maro" bald wieder einen Supermarkt und eine Tankstelle. Mit der Dorferneuerung in Birkenfeld, der Sanierung der Abwasseranlage und dem DSL-Ausbau wurden in jüngster Zeit wichtige Ziele angepackt. Im Ausbau der Infrastruktur, der Ankurbelung des Tourismus und der Schaffung von konkurrenzfähigen Lebensverhältnissen sehen beide Kandidaten wesentliche Aufgaben.

Er und sie - von ihren Parteifreunden jeweils mit 100 Prozent der Stimmen nominiert und mit Ambitionen auf ein Kreistagsmandat - bauen in der Kommune, die sich als die familienfreundlichste unter den Kreiskommunen mit weniger als 5000 Einwohnern rühmen darf, auf das Miteinander in den Dörfern und die agilen Vereine. Unisono betonen Müller-Gärtner und Thein die Unverzichtbarkeit gemeindeübergreifender Zusammenarbeit (Hofheimer und in der Baunach-Allianz). Die Einstellungen decken sich auch im Bereich Klimapolitik, im Hinblick auf die Wichtigkeit starken Gewerbes vor Ort, dem Bekenntnis zum Erhalt des Freibads Altenstein oder dem Lob für die Arbeit der Gemeindeverwaltung. Zwei Kandidaten mit politischem Weitblick, die auch privat auf schöne Aussichten stehen, er vom Gipfel des Zeilberges aus, sie von einer Bank auf dem Altensteiner Burgberg.