Der Tier- und Naturschutzverein Coburg hatte zur Tierheimfeier am 1. Adventssonntag eingeladen. "Hubert", ein 33-jähriger Uhu, war der Überraschungsgast des Nachmittags. Vorsitzende Siegrid Ott-Beterke begrüßte die Gäste. Den Besuchern wurden in gewohnter Weise wieder lustige und interessante Geschichten aus dem Tierheim erzählt und viele Bilder und kleine Filme aus dem tierischen Geschehen des Jahres gezeigt. Anstelle der Tombola gab es einen Flohmarkt mit tollen Sachen zu günstigen Preisen.
Es habe sich einiges getan im Tierheim auf der Brandensteinsebene, berichtete Tierarzt Joachim Lessing. Vor allem seien Wildvögel und Wildsäugetiere ins Tierheim gebracht worden, die dann auch gepflegt und aufgepäppelt werden mussten. Der Tierarzt erzählte von einer "Beziehungskrise" von Störchen, die bei ihm auf dem Grundstück ein neues Zuhause gefunden hatten. Dann kam der "Terrorstorch" mit der Ringnummer "ax435", der aus Heidelberg in die Region geflogen war. Nicht nur dass er den Futtereimer, der für seine gefiederten Freunde gedacht war, zum Teil leergefressen hatte, nein, er hatte sich auch die "Schwedin SVS832" unter die Kralle gerissen. Eines Tages war der "Heidelberger" jedoch spurlos verschwunden. In dieser Zeit kam der Storch mit der Nummer "AP443" aus Karlsruhe und bildete mit der "Schwedin" das neue harmonische Paar. Die beiden Störche, so erzählte es der Tierarzt, seien immer auf einem Schlot einer alten Fabrik in Untersiemau gesessen. Tierarzt Joachim Lessing berichtete von einer dramatischen Rettungsaktion zweier Störche, die überraschenderweise lange in dem Schlot ausgeharrt hatten. Sie waren aus unerklärlichen Gründen in den Schlot gerutscht.
Durchaus ungewöhnliche tierische Gäste wurden im Tierheim versorgt, zum Beispiel ein Siebenschläferweibchen, das nur vier Gramm leicht war und damit das Gewicht eines Gummibärchens hatte. Das winzig kleine Tier war aus einer Dachrinne gefallen und musste mit einer Pipette ernährt werden. Sperber, Schleiereule, Grünfink, Feldlerche, Mehlschwalbe, ein Stockentenküken und jede Menge Stadttauben wurden im Coburger Tierheim gepflegt und oft wieder in die Freiheit entlassen. Zum ersten Mal habe er auch einen Wendehals in den Händen halten dürfen, sagte Joachim Lessing.
Von der Greifvogelauffangstation Stettfeld war Günther Gabold mit einem Prachtexemplar von Uhu in die Vestestadt gekommen. Er pflege alles, was Federn hat, sagte er. In einer Brutmaschine habe dieser Uhu vor fast 33 Jahren das Licht der Welt erblickt und sei seitdem in Stettfeld zu Hause. W. Desombre