Markus Häggberg

Andy Lang dürfte Überzeugungstäter sein; ein christlicher Botschafter in Folk gewandet, ein Sänger, dem Folk verbunden, und ein Erzähler, der sich keltischer Bilder bedient. Und pilgern lässt es sich mit ihm auch - in Schottland und Franken. Lang, Pfarrer aus Gefrees, griff am Freitag in der Kapelle zur Harfe, in die Saiten und auf zeitweilige Unterstützung von Rina Blum zurück.
70 Besucher waren gekommen, etwas zu erleben. Fans und Eingeweihte, ohne Zweifel. Da stand er vor ihnen, in einem Scheinwerferlicht, an die Harfe gelehnt, eine Hand in der Hosentasche, die andere zum bedachten Gestikulieren gebrauchend. Ein Philosoph an der Harfe, wie sich zeigen sollte, einer, der Lieder kennt, die dazu passen, das Gemüt der Konzertbesucher beispielsweise auf irische Sprachbilder und Redensarten einzustimmen. Knapp zwei Stunden lang sollte das so gehen. Verfliegende Zeit, auch angereichert durch unterhaltsam Anekdotisches. Schon der Beginn gelang stimmungsvoll mit einer von Lang selbst geschöpften, unverbrauchten Melodie, einem reinen Instrumental. Allerdings hielt er auch mal einen Song im Repertoire, der einige Noten lang Stings bekanntem Song "Fields of gold" zu folgen schien.
Doch, es machte Freude, mit Andy Lang und seiner Harfe bzw. Gitarre gedanklich vagabundieren zu gehen - über die Hügel Irlands und Schottlands und durch die eigene Vorstellungskraft. Etwa dann, wenn man für sich zu überprüfen hatte, wie genau ein Sprachbild nun wirklich ist. So sprach Lang davon, dass Liebe eine "Haltung" sei, ein Gedanke, der ihm durch einen irischen Song vermittelt wurde. Bedenkt man, dass, wer einmal liebt, auch zweimal lieben kann, dürfte das von Lang gewählte Bild in seinem Song "Love is a place" gerechtfertigt sein. Eine melodisch schöne und eingängige Ballade gelang ihm auch mit "Far over the misty mountains". Zu dieser Zeit herrschte in der Kapelle mit ihren etwa 80 möglichen Besucherplätzen schon längst eine besondere Konzertstimmung, wirkend durch die Nähe zwischen Künstler und Publikum. Später, als man sich voneinander verabschiedete, sollte das immer dann besonders deutlich werden, wenn Lang in einem kurzen Plausch mit dem einen oder anderen Besucher sich an ihn erinnernd zeigte. Aber nicht nur Langs Eigenkompositionen erklangen, sondern auch klassisches Liedgut wie "Greensleaves" von Heinrich VIII. oder "Parsley, Sage, Rosemary and Thyme", jenes Traditional, welches durch Simon and Garfunkel schon weltberühmt wurde. Ein Höhepunkt des Abends war sicherlich das zeitweise Musizieren mit der norddeutschen Musikerin Rina Blum (Geige), die sich in Loffeld niedergelassen hat. Um eine Zugabe kam Lang nicht umhin.