Rieke (4) liebt Rosenkohl und Mateo (3) freut sich, wenn Papa Rotkohl kocht. Vielleicht auch deshalb, weil die beiden genau wissen, wo das Gemüse herkommt. Nämlich aus dem Gewächshaus auf dem Büdenhof, wo sie es beim Wachsen beobachten konnten. Mateo wohnt mit seiner Familie auf dem Hof. Riekes Papa, Alexander Schug, geht dort ein und aus. Denn als zweiter Vorsitzender der Solawi Büdenhof im Itzgrund gibt es immer was zu tun.

Mateos Mama, Julia Laufmann, ist die Vorsitzende des Vereins, der sich große Ziele gesteckt hat. Ab März sollen die ersten 25 Obst- und Gemüsekisten an die Mitglieder verteilt werden. "Die Setzlinge im Gästezimmer können jetzt in die Erde gebracht werden, so dass wir in ein paar Wochen Topinambur, Asia Salat, Radis, Feldsalat und Spinat ernten können", freut sich die Vorsitzende, die neben ihrer Tätigkeit als Regionalleiterin einer bundesdeutschen Optikerkette, die Geschicke der Solawi lenkt. Am Ende des Jahres soll der Verein 80 bis 100 Mitglieder haben.

Zusammen mit dem fest angestellten Gärtner Nicolas Müller betreiben etwa eine Handvoll engagierter Hobbylandwirte die Solawi auf dem Büdenhof. In erster Linie geht es dabei um den biologisch-zertifizierten Anbau von Obst und Gemüse. Der Hofladen auf dem Büdenhof ist davon völlig unabhängig. Den führt Mateos Papa, der gelernte Koch, der sich ums Geflügel kümmert.

Bereits 2015 wurde auf dem Büdenhof eine solidarische Landwirtschaft gegründet. Doch die zerfiel, da sich viele Mitglieder im Raum Bamberg neu orientierten. Mit den Laufmanns, die vor zwei Jahren aus dem Ruhrgebiet kamen und sich "Hals über Kopf" in den Büdenhof verliebten, lebt die Solawi wieder auf. "Wir wollen unabhängig von der Nahrungsmittelindustrie sein. Die Produkte, die wir essen, sollen biologisch und regional angebaut sein", macht Alexander Schug seinen Standpunkt klar. Es wird nur gegessen, was gerade Saison hat. "Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, im Supermarkt mit all der Verpackung einzukaufen", sagt er.

Für 40 beziehungsweise 80 Euro im Monat kann man Mitglied bei der Solawi werden. Damit steht einem einmal in der Woche eine Gemüsekiste zu, die er auf dem Büdenhof abholen kann - oder aber in einer der neuen Abholstellen in Ebern, Ebensfeld und im Unverpackt-Laden in Coburg.