Theresa Schiffl Es ist das bekannteste Weihnachtslied auf der Welt: Stille Nacht, Heilige Nacht Das Lied über den holden Knaben mit lockigem Haar wurde 1816 von Hilfspriester Joseph Mohr in Mariapfarr in Lungau geschrieben. Der dortige Dorfschullehrer und Organist Franz Xaver Gruber komponierte schließlich die Melodie dazu. In Oberndorf wurde das Weihnachtslied erstmals bei der Christmette 1818 von den beiden Männern als Duett in einer Kirche gesungen.

Über 330 Übersetzungen

Vom Tiroler Zillertal aus verbreitete sich das sechsstrophige Lied durch katholische und protestantische Missionare in der ganzen Welt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass davon mittlerweile Übersetzungen in mehr als 330 Sprachen und Dialekten existieren. "Das ist mein Lieblingsweihnachtslied", sagt Musiker Udo Langer. Ihn berührt gerade der historische Hintergrund, wie das Lied entstand. Die beschriebene Ruhe und diese Ursprünglichkeit seien für ihn ein großer Kontrast zu dem, wie Weihnachten heute gefeiert wird: "Heute ist alles so laut und schrill. Es geht nur noch um Konsum." Er meint, dass man sich die Worte des Liedes mehr zu Herzen nehmen und zelebrieren solle. "Wenn man das macht, dann ist wirklich Weihnachten."

Viele schöne Lieder

Georg Hagel, Organist in Vierzehnheiligen, hat kein besonderes Lieblingslied. "Es gibt so viele schöne Lieder in der Advents- und Weihnachtszeit. Und jedes hat für sich seinen eigenen Reiz und ein besonderes Thema."

Für den Polizisten Otto Weidner gibt es ebenfalls kein Lieblingslied, sondern viele. "Aus dem Englischen ist es White Christmas", sagt er. Das Lied von Bing Crosby spiele das Bamberger Polizei-Ensemble, in dem er mitspielt, immer am Ende seiner Konzerte in der Adventszeit. "Das ist immer das Highlight." Und natürlich der Klassiker aus Oberndorf Stille Nacht, Heilige Nacht ".

Da gebe es jedoch eine Besonderheit: "Das ist nur ab oder am Heiligen Abend in der Kirche und mit der besonderen Atmosphäre schön." Ein lustiges Lied, das er noch gerne hört, sei "In der Weihnachtsbäckerei" von Musiker Rolf Zuckowski.

Weihnachts-Alben gibt es mittlerweile schon wie Sand am Meer. Und dennoch hat sich Suzan Baker dazu entschieden, ein eigenes aufzunehmen. "Bei unseren Weihnachtskonzerten waren alle immer total begeistert und haben sich das dann von uns gewünscht", sagt die Musikerin und lacht.

Sie meint, dass es durch die Überkommerzialisierung wieder mehr ein Umdenken hin zum Einfachen gebe. Viele hätten auf die sich immer wiederholende Main-Stream-Weihnachtsmusik, die im Radio laufe , keine Lust mehr.

Auf ihrem neuen Album seien neben einem Klassiker von Johann Sebastian Bach, traditionellen Liedern wie "Maria durch ein' Dornwald ging" noch die zwei selbstgeschriebenen Lieder "Komm geh mit mir nach Bethlehem" und "Sweet Jesus". Außerdem findet sich unter den "Christmas Songs" ihr persönliches Lieblingsweihnachtslied: "Ich steh an Deiner Krippe hier".