Irgendwie scheint der Förderkreis zur Erhaltung und Verschönerung der Kulturlandschaft im Bereich der Gemeinde Himmelkron einen besonderen Draht zum Wettergott zu haben, denn just in der Stunde, in der das Kunstwerk "Touch and Turn" der heimischen Künstlerin Ursula Opitz-Böhm enthüllt und der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, schien die Sonne. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde durch Anette und Mirjam Mytzka. Als Dank für die Unterstützung eines weiteren Projektes, das im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein wird, wurde der Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz ein Lindenbaum gewidmet.

Vorsitzende Inge Tischer verwies darauf, dass es Ziel des Förderkreises ist, in der Allee für Konzerte und andere Veranstaltungen "Theaterhäuser" zu errichten. "So war es auch unser Wunsch, die 2004 auf Initiative von Professor Gerhard Böhm und Reinhard Stelzer entstandene Kunstmeile mit damals sieben Werken oberfränkischer Künstler zu erweitern. Dass wir heute das Kunstobjekt "Touch and turn" von Ursula Opitz-Böhm enthüllen können, haben wir glücklichen Fügungen und Umständen zu verdanken."

In dem Regionalbudget der ILE "Fränkisches Markgrafen- und Bischofsland" sah der Förderkreis eine Chance, das Kunstwerk zu finanzieren und die Idee, die Kunstmeile zu erweitern, war auch schon geboren. Tischer: "Ohne diese großartige und hohe Förderung stünden wir heute nicht hier, denn die Gesamtkosten wären für den Förderkreis untragbar gewesen. Mit einer hervorragenden Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte unter großem Zeitdruck ein Kunstwerk geschaffen werden, welches ein weiteres Highlight in unserer Allee darstellt."

Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz erinnerte an die barocken Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth, die das einstige Zisterzienserkloster Himmelkron als Jagdaufenthalt nutzten und es zum Sommerschloss umgestalteten. In diesem Zusammenhang wurde in den Jahren 1662/63 eine erste Lindenallee gepflanzt, die aber nach dem Ende der Markgrafenzeit im Jahr 1792 rigoros von preußischen Aufklärern abgeholzt wurde. Regierungspräsidentin Piwernetz: "Es ist dem Förderverein zu verdanken, dass die Allee im Tal des Weißen Mains ab 1986 wieder erstanden ist."

Mit Blick auf das neue Kunstwerk stellte die Regierungspräsidentin fest, dass es dem umtriebigen Förderverein gelungen ist, mit einer modernen Kunst-Installation den Blick der Öffentlichkeit einmal mehr auf die Allee zu richten.

16 Millionen Kombinationen

Das neue Kunstwerk "Touch and turn" will nach den Worten von Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz nicht ehrfurchtsvoll angestaunt, sondern angefasst werden: "Der Betrachter wird zum Akteur, er gestaltet selbst und die beweglichen Farbtafeln bieten dazu viele Chancen, denn über 16 Millionen Kombinationen sind möglich. Wenn jede Stunde eine andere Variante hergestellt würde, Tag und Nacht, dann wären ums Jahr 3950 herum alle Optionen durchprobiert."

Dass eine barocke Allee und moderne Kunst zusammengehen, darin sah die Regierungspräsidentin keinen Bruch, sondern beides werde bereichert.

Landrat Klaus Peter Söllner und Bürgermeister Gerhard Schneider hoben die Bedeutung der Baille-Maille-Allee nicht nur für die Gemeinde Himmelkron, sondern für die gesamte Region hervor. Der Landrat sprach von einem besonderen Kunstwerk, weil es zum Mitmachen einlade und gerade jüngeren Menschen Spaß mache. Schneider stellte das Regionalbudget der ILE heraus, mit dem auch Kunst und Kultur und damit auch das neue Kunstwerk entscheidend gefördert werden konnte.