Im Juli dieses Jahres hatte der Stadtrat bei einer Gegenstimme (Klaus Geuther, SBB) den Verkauf der Straße "Wiesenweg" an die Firma Habermaass gebilligt. Sie ist alleiniger Anlieger. Am Montag sollte der Stadtrat darüber entscheiden, den Wiesenweg zu entwidmen, damit dieser in das Betriebsgelände integriert werden kann und damit auch für sämtlichen Verkehr gesperrt ist.

Dass das nicht jedem gefällt, zeigt eine Unterschriftenliste mit Namen von 60 Bürgern, die sich gegen eine Entwidmung ausgesprochen haben. Hauptargument war, dass der Weg von Spaziergängern, Kurgästen und Kindern aus dem städtischen Kindergarten genutzt werde, um die Grünflächen jenseits der Fladengasse zu erreichen.

Auch der Stadtrat machte sich die Entscheidung, die Straße herzugeben, nicht einfach und diskutierte. Klaus Geuther wies darauf hin, dass die Gesetzeslage keine Entwidmung zulasse. "Die Begründung der Verwaltung, warum die Straße entwidmet werden soll, geht klipp und klar am Gesetzestext vorbei", habe er festgestellt. Axel Dorscht (SPD) erinnerte daran, dass man sich über dieses Thema schon seit Jahrzehnten unterhalte. "Wir dürfen dem Unternehmen keine Steine in den Weg legen", forderte er. Zweiter Bürgermeister Ernst-Wilhelm Geiling meinte, dass der Gesetzestext sehr wohl hergebe, die Straße zu entwidmen. Möglich wäre dies, wenn sie für den Verkehr entbehrlich sei. Rainer Möbus (Zukunftsforum) war für eine Vertagung des Themas, bis Rechtssicherheit bestehe. Diesem Ansinnen erteilte Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) eine deutliche Absage. Er zeigte kein Verständnis dafür, dass mit "juristischen Spitzfindigkeiten ein Strick gedreht wird".

Geschäftsführer Uwe Schmidt erklärte, dass der Beschluss, den Wiesenweg zu entwidmen, drei Monate öffentlich aushängen müsse, damit die Öffentlichkeit dazu Stellung nehmen kann. Danach müsse der Stadtrat unter Einbeziehung dieser Eingaben eine Entscheidung treffen. In namentlicher Abstimmung sprachen sich nur Klaus Geuther und Rainer Möbus gegen eine Entwidmung aus. Matthias Thumser(ÖDP) war nicht anwesend.

Mit der offiziellen Bedarfsfeststellung wurden die Weichen für einen Kindergartenneubau in Heldritt gestellt. In dem Stadtteil sollen eine Krippen- und zwei Regelgruppen unter der Trägerschaft des Roten Kreuzes entstehen. "Voraussetzung hierfür ist, dass wir die maximale Förderung erhalten", betonte Ehrlicher. Mit dem Bau müsse bis 31. Dezember 2021 begonnen sein.

Der Stadtrat möchte einen Klimaschutzbeirat ins Leben rufen. Ständige Mitglieder sollen der Bürgermeister, jeweils ein Vertreter der Fraktionen beziehungsweise Ausschussgemeinschaften, ein Vertreter des Klimaschutzmanagements des Landkreises Coburg und der Klimaschutzbeauftragte des Landkreises Coburg sein. Bürger sollen als nicht ständige Mitglieder jeweils zu den Themen Umwelt, Energie und Klimaschutz berufen werden.