Jahrzehntelanges gesellschaftliches Engagement wird mit dem Namen Klaus Beyersdorf verbunden sein. Am vergangenen Samstag ist der Seniorchef der Firma Otto Hauch im Alter von 91 Jahren verstorben.

Am 29. Dezember 1929 wurde Klaus Beyersdorf in der Coburger Mühlgasse geboren. 1937 starb sein Vater. Seine Mutter Ella heiratete später den Bauunternehmer Arthur Hauch, den besten Freund seines Vaters. Nach dem Krieg war Klaus Beyersdorfs beruflicher Werdegang quasi durch den Beruf des Stiefvaters vorgezeichnet. Nach dem Abitur am Gymnasium Ernestinum folgten die Facharbeiterprüfung als Betonbauer, zwei Semester an der Coburger Bauschule und das Studium an der Technischen Hochschule Karlsruhe mit dem Abschluss zum Diplom-Ingenieur im Fach Bauingenieurwesen. Klaus Beyersdorfs erste berufliche Station und Tätigkeit war in Düsseldorf. Besonders stolz war er auf seinen Beitrag zum Bau des Fußgängertunnels von der Süd-Ostseite der Stadt in den Düsseldorfer Hofgarten.

Klaus Beyersdorf war als Bauleiter und schließlich als Niederlassungsleiter für verschiedene Großfirmen in Frankfurt und Nürnberg in führenden Positionen tätig, bis er 1970 von seinem Stiefvater die Firma Otto Hauch GmbH & Co. KG übernahm. Rückblickend war hier seine anspruchsvollste Aufgabe die Leitung der Baustelle Veste Coburg, und hier die Sanierung der Wallmauern zwischen 1964 und 1987. 1995 legte Klaus Beyersdorf dann die Leitung seiner Firma in jüngere Hände. Sein Sohn Max ist heute Chef in vierter Generation.

Trotz aller anspruchsvollen beruflichen Tätigkeiten kam das Familienleben nie zu kurz. 1958 lernte Klaus Beyersdorf seine Frau Kathleen in Aachen kennen und lieben. Kathleen Beyersdorf ist gebürtige Engländerin aus dem Ort Falmouth in Cornwall und brachte schon zu diesem Zeitpunkt eine gewisse Internationalität in die Familie und später auch nach Coburg. 1960 war Hochzeit in Aachen, wo der Bräutigam gerade seinen beruflichen Wirkungskreis hatte. Nach einem fünfjährigen Zwischenstopp in Nürnberg kam die Familie 1970 zurück nach Coburg, wo auch die drei Söhne Rolf, Max und Niklas geboren wurden.

Klaus Beyersdorfs Familie hat eine lange Tradition in Coburg. Im Jahr 1625 zog der Stammvater Sebastian Beyersdorffer von Heldritt nach Coburg und siedelte sich vor dem Ketschentor an, wie es in den Annalen zu lesen ist.

Bis zum Tode treues Mitglied

Aber was wäre ein echter Coburger ohne Vereinsleben! Mit bloßer Mitgliedschaft war es für Klaus Beyersdorf nicht getan. Von 1989 bis 1995 führte er als Vorsitzender die Coburger Turnerschaft. Dem Schwimmverein Coburg blieb er ebenfalls bis zu seinem Tode treu und unterstützte den Verein nicht nur durch eine lebenslange Mitgliedschaft, sondern auch mit seinem Engagement beim Bau des Sportheimes.

Ein besonderes Anliegen war ihm die Traditionspflege. Ob es seine Mitgliedschaft in Schüler- und Studentenverbindungen war oder die Wahrung des Andenkens an die legendäre "Flensburgelf", mit der er es 1947 im Feldhandball der Jugend A bis ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft in Flensburg schaffte. Klaus Beyersdorf engagierte sich auch lebhaft im kulturellen Bereich seiner Heimatstadt und darüber hinaus. So gehörte er unter anderem dem Kunstverein, dem Förderverein der Coburger Landesstiftung, der Johann-Strauss-Gesellschaft und der Prinz-Albert-Gesellschaft an.

Zudem war er als Schöffe tätig, als Sozialrichter in Bayreuth sowie in der Vertreterversammlung der AOK, im Bayerischen Bauindustrieverband und als Sachverständiger für die Handwerkskammer Coburg.

Sein kommunalpolitisches Interesse zeigte er in der Mitgliedschaft zunächst bei den Freien Wählern und seit 1979 in der CSU.

Ein großes Anliegen war ihm auch das alljährliche Gedenken an Prinz Josias, der durch seinen heldenhaften Einsatz die Stadt 1806 vor der Plünderung bewahrte.

Klaus Beyersdorf war die erste Privatperson, die eine Patenschaft für einen "Stolperstein" in Coburg übernommen hat. Hierfür wurde ihm vom damaligen Oberbürgermeister Norbert Kastner eine persönliche Dankesurkunde verliehen.

Und für all sein ehrenamtliches Engagement wurde Klaus Beyersdorf mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Mit seinem gesellschaftlichen Engagement hat er Maßstäbe für nachfolgende Generationen gesetzt.

Neben seiner geliebten Frau Kathleen hinterlässt Klaus Beyersdorf drei Kinder, neun Enkel und drei Urenkel. red