Auch in einer schwierigen Zeit verzichtet Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (SPD) nicht auf eine wichtige Tradition. Arbeiten statt Feiern - für viele Menschen hört der Alltag auch an den Feiertagen nicht auf, im Gegenteil, für manche Berufsgruppen gehört der Jahreswechsel zu den stressigsten Nächten überhaupt. An sieben Tagen in der Woche, 24 Stunden lang. Ganz gleich ob am Wochenende, an Sonn- oder Feiertagen. Natürlich auch an Weihnachten und Silvester. Das Stadtoberhaupt besuchte am Vormittag des Heiligen Abends stellvertretend für alle Einrichtungen, in denen immer gearbeitet wird, die Diensthabenden der Rettungswache und der Polizeiinspektion.

"Den Verlauf dieses Jahres haben wir uns alle anders vorgestellt. Vieles war im Jahr 2020 anders und wird es auch im neuen Jahr noch bleiben. Aber auf Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei können sich die Bürger in unserer Stadt und der Region immer verlassen", sagte Hacker bei einer kurzen Ansprache und bedankte sich bei den Rettungskräften für die zahlreichen geleisteten Einsätze in diesem Jahr und für die Bereitschaftsdienste an den Weihnachtsfeiertagen.

Helfer sind optimistisch

Der Bürgermeister dankte dem diensthabenden Personal für seine Einsatzbereitschaft und die Hilfe für die Bevölkerung: "Auch zu Weihnachten und während der Feiertage, wenn der Großteil der Menschen frei hat und mit der Familie die besinnliche Zeit genießt, seid ihr zur Stelle, wenn Kranke, Verletzte, Senioren und Menschen mit Behinderung Hilfe brauchen. Das verdient höchsten Respekt und Anerkennung!" In gelassener Runde mit den Rettungsdienstleitern Robert Ziegenfelder vom ASB und Thomas Heideloff vom BRK sowie dem diensthabenden Personal kam es neben Gesprächen über die Herausforderungen des nahezu vergangenen Jahres auch zu netten privaten Plaudereien. Dabei gaben sich der Bürgermeister und die Mitarbeiter der Rettungsdienste optimistisch, dass sich vieles im voranschreitenden Jahr 2021 dann, nicht zuletzt durch den Frühling und das Impfen, deutlich bessern könne.

Gleichzeitig appellierte der Bürgermeister an alle Einsatzkräfte, sich selbst im Einsatz für andere zu schützen. Hacker betonte die hohe Einsatzbereitschaft, die seit dem Frühjahr über viele Monate hinweg bestehe und eine große Stütze für die Bevölkerung der Stadt und der Region sei. Die Bewältigung der besonderen Belastungen während der Corona-Pandemie, die neben die bisherigen Herausforderungen getreten sei, könne man nicht oft genug betonen, so Hacker. Heideloff hatte dem Bürgermeister unter anderem berichtet, dass alleine das BRK auf der Rettungswache Herzogenaurach im vergangenen Jahr 5179 Einsätze, Transporte und sonstige Fahrten mit 146 235 Kilometern Strecke geleistet habe.

In der Fahrzeughalle konnte German Hacker die beiden Autos für die mobilen Impfteams besichtigen, mit denen am Sonntag die Impfungen in den Pflegeheimen des Landkreises starteten. Die beiden Fahrzeuge werden im Landkreis Erlangen-Höchstadt nicht nur für den Transport von Impfstoffen verwendet, sondern auch für den Einsatz für die Impfung von Senioren in Heimen und von Menschen, die nicht mehr mobil sind.

Honig für die Polizei

"Wir haben die Kapazitäten, das Personal und die Erfahrung", sagt Notfallhilfe-Koordinator Robert Ziegenfelder dazu. An Bord der Impffahrzeuge werden ein Arzt, ein nicht-ärztlicher Assistent sowie eine Verwaltungskraft sein, die dann vor Ort die Impfungen durchführen. Speziell konzipierte Kühlboxen garantierten den sachgerechten Transport vom Lagerungsort zu den Einsatzstellen. Die Impfteams stehen bereits in Kontakt mit den Heimleitungen, ihren Bewohnern sowie deren Betreuern, um die Impfungen vor Ort zu koordinieren und vorzubereiten. Generell gelte auch hier: Die Impfungen sind freiwillig.

Bei der Polizeiinspektion kamen Dienststellenleiter Wilhelm Wölfel und die Diensthabenden coronakonform im Hof zusammen. Dazu hatte der Bürgermeister nicht nur Dankesworte mitgebracht, sondern für das gesamte Team Honig aus Herzogenaurach. Bei der Polizei würden die sich ständig ändernden Corona-Regeln die Einsatzkräfte im Kampf gegen die Pandemie vor so einige Herausforderungen stellen.