Mit einem Schreiben vom Mai 2020 hatte die Adelsdorfer SPD-Fraktion umfassende Informationen über alle Fragen zu den Bau-/Gartendrainagen im Wohngebiet Reuthsee beantragt. In der Gemeinderatsitzung am Mittwochabend war dies dann auch einer der Tagesordnungspunkte.

"Im Baugebiet Reuthsee wurden überall Drainagen verlegt", erklärt Jörg Bubel (SPD). "Unser Antrag ist ein Antrag auf Information für die Bürger. Die ersten Häuser im Reuthseegebiet sind im Jahr 2016 bezogen worden. Ab 2018 hätten die Grundstücksbesitzer aufgefordert werden müssen, die Bau- und Gartendrainagen außer Betrieb zu setzen. Durch die Drainagen wird jetzt bewusst der Fremdwasseranteil erhöht."

Fremdwasser wird gemessen

Thomas Wolf vom Technischen Bauamt erklärte, dass es sich bei den Drainagen um temporäre Drainagen zur Anlage der Gärten handeln würde und dass an einer Drainage bis zu 15 Eigentümer hängen würden. "Die sind ohne Spülschacht", führt er weiter aus, "wenn man die nicht spült, dann sind die nach zwei bis drei Jahren nicht mehr durchgängig."

Er erklärte, dass man das Fremdwasser messen würde, "um zu gucken, kommt da noch Drainagewasser oder nicht. Wenn wir Fremdwasserzuflüsse haben, müssen die Drainagen entfernt werden".

Michael Auer (Grüne) fragte nach, ob das damals schriftlich fixiert wurde und wer die Kosten für die Entfernung übernimmt. "Man müsste dann den Investor auffordern, die temporäre Drainage zurückzubauen", sagte er. Dem widersprach Wolf und stellte klar, dass für die Gemeinde keine Kosten anfallen würden. Auf die Frage Auers, wie viele Baudrainagen angeschlossen sind, erwiderte Wolf, dass es 50 Drainagen wären.

"Was passiert, wenn man die kappt?", fragte Bubel. "Läuft das Wasser bei Regen dann den Hang hinunter? Sollte man die Drainagen kappen oder besser von der Gemeinde legalisieren?" "Das ist widersprüchlich", merkt Fischkal an, "sollen die Drainagen bleiben oder sollen sie raus? Der Garten ist angelegt, der Rasen ist da. Es gab schon Regenereignisse, da ist nichts passiert."

Ralf Olmesdahl (ABWI) merkte an, "wir bewegen uns hier in einem hochsensiblen Bereich, hier müssen wir Hab und Gut schützen." "Es wird hier dramatisiert, ich merke das", sagte Fischkal. "Das ist Stand der Technik, dass man Drainagen legt, und wenn sie zu kappen sind, dann werden sie gekappt und wir erhalten den Nachweis, dass sie gekappt wurden. Die Dinger sind da und die Dinger müssen weg. Der Herr Wolf hat das im Blick und wir werden informiert werden, wenn die Erste gekappt ist."

Auer beantragte, dass "die Geschichte im Gemeinderat bleibt", woraufhin Fischkal erklärte, dass er damit kein Problem habe. "Das wird natürlich nochmal geprüft, mich interessiert das auch, ob die Drainagen noch funktionieren. Herr Wolf wird uns informieren." Mit zwei Gegenstimmen wurde dem Antrag entsprochen. bs