Das Gemeinschaftshaus "Alte Bäckerei" stand erneut auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Das Haus in der Seilersgasse 1 ist seit einigen Jahren im gemeindlichen Besitz und stark sanierungsbedürftig. Momentan wird das Gebäude vor allem von dem Backverein "Füllbachbäcker" genutzt, aber auch von anderen Vereinen. Seit Jahren drehen sich die Diskussionen um die Sanierung des Hauses, das unmittelbar an den Neubau des Feuerwehrgerätehauses angrenzt, im Kreis. "Wir führen diese Diskussionen seit acht Jahren", bemerkte Bernd Roßberg (SPD) bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend.

Es geht vor allem darum, wie und in welchem Umfang die "Alte Bäckerei" saniert werden soll; ein Planungsbüro wurde bereits beauftragt. In der aktuellen Sitzung plädierte Bürgermeister Martin Rauscher für eine sogenannte kleine Lösung, bei der nur die nötigsten Mängel beseitigt werden. Sein Gremium segnete diese Variante - nach einem Hin und Her - mehrheitlich ab. Die kleine Lösung beinhaltet eine Rampe, die Instandsetzung der technischen Mängel und der Heizung. Alle weiteren Maßnahmen sollen dann Punkt für Punkt später in Angriff genommen werden.

Schöllchen: Kaum benötigt

Diskussionen gab es vor allem auch um die Frage, ob die sanitären Anlagen barrierefrei werden sollen oder nicht. Thomas Schöllchen (ÜPWG) gab zu bedenken, dass ein Behinderten-WC nur an wenigen Tagen im Jahr benötigt werde. "Es gibt nur drei solche Situationen im Jahr, könnte man da nicht ein behindertengerechtes Miet-WC anbieten?", fragte er. CSU-Fraktionssprecher Kilian von Pezold gefiel diese Aussage nicht. Diese stelle das gesamte behindertengerechte Bauen infrage, meinte Von Pezold. Wirtschaftlichkeit, so Von Pezold, dürfe bei diesem Thema keine Rolle spielen. "Für ein Gebäude, das in einer zentralen Lage des Dorfes steht, ist die kleinste Lösung die denkbar schlechteste Variante", sagte er. Immerhin waren sich die Räte einig, dass eine Rampe dringend benötigt werde. Tina Großmann (ÜPWG) regte an, für die "Alte Bäckerei" ein Konzept zu erstellen. "Wir sollten die Reihenfolge der weiteren Maßnahmen darin festlegen", sagte sie.

Ein weiteres Dauerthema ist die Sanierung des evangelischen Kindergartens beziehungsweise der Neubau einer Kinderkrippe. Wie Rauscher nun sein Gremium informierte, habe der Architekt von der Kirche immer noch keinen Auftrag erteilt bekommen. Frank Gallinsky (CSU) forderte Rauscher zum Handeln auf. "Wir sollten der Kirchengemeinde jetzt mal einen Brief schreiben und nicht nur reden. Wir wollen ja was tun."

Die Raser in der Von-Scheffel-Straße möchte der Gemeinderat mit einem sogenannten Dialog-Display, das traurige und lachende Emoticons zeigt, zur Ordnung rufen. Das Display soll solarbetrieben sein und maximal 2000 Euro kosten. ga