Seit acht Jahren richtet die Projektgruppe "In der Heimat wohnen" zum Beginn der Vorweihnachtszeit den Altenkunstadter Adventsbasar aus. Aufgrund der Corona-Pandemie ist dies diesmal jedoch nicht möglich. Untätig bleiben wollten Quartiersmanagerin Angela Lohmüller und ihr Team aber auch nicht und beschlossen deshalb, mit einem digitalen Adventskalender die Vorweihnachtszeit zu bereichern.

Eine tolle Idee, die man aber nicht nur bei der Caritas-Initiative hatte. Auch die Regens-Wagner-Einrichtungen in Burgkunstadt, wo Menschen mit Behinderung leben, lernen und arbeiten, werden mit einem Adventskalender in digitaler Form auf das schönste Fest des Jahres einstimmen. Und dort ist es Caroline Fischer, die sich mit Begeisterung und Tatkraft für dessen Verwirklichung engagiert.

Die 30-Jährige studiert im dritten Semester des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Sozialmanagement an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Wie wirkt sich Covid-19 auf die Weihnachtszeit aus? Wie kann eine Adventszeit mit weniger sozialen Kontakten und gewohnten Traditionen gestaltet werden? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Fischer und vier ihrer Kommilitonen im Rahmen der Lehrveranstaltung "Projektmanagement".

"Für uns war sofort klar, dass wir für den Advent Freude schenken und auf die kommende Weihnachtszeit einstimmen wollen. Und so entstand die Idee, einen virtuellen Adventskalender zu erstellen", erklärt Fischer. Hat der klassische Adventskalender 24 Türchen, so sind es bei der virtuellen Variante 26. Das erste kann nämlich bereits am 29. November, also am ersten Advent, geöffnet werden. Für die inhaltliche Gestaltung der Videos sorgten die Bewohner der Außenwohngruppen, die Mitarbeiter assistierten bei der Umsetzung.

Vierwöchige Dreharbeiten

"Es werden vor laufender Kamera Plätzchen gebacken, und unser Volkan zeigt in einem Beitrag, wie er sein Zimmer dekoriert hat", erzählt Fischer. Allzu viel verraten möchte sie aber nicht, der Überraschungseffekt soll schließlich nicht zu kurz kommen. Die Corona-Pandemie mit ihren Schutz- und Hygieneregeln machte die vierwöchigen Dreharbeiten nicht immer einfach. "Als ich aus Sicherheitsgründen nicht mehr in die Wohnbereiche durfte, haben wir kurzerhand auf der Treppe gefilmt. Darüber hinaus sind viele Videos unter freiem Himmel entstanden", erinnert sich die junge Frau.

Für die Menschen mit Behinderung war dieses Projekt eine aufregende Sache, die allen großen Spaß gemacht hat. Sechs Videos des Regens-Wagner-Kalenders sind auch im digitalen Adventskalender der Altenkunstadter Projektgruppe "In der Heimat wohnen" zu finden. Eine lobenswerte Zusammenarbeit, über die sich Regens-Wagner-Gesamtleiterin Sabine Schubert freut. Aber wie ist diese Zusammenarbeit entstanden? "Caroline Fischer und ich gehören der Arbeitsgemeinschaft Inklusion der evangelischen Kirchengemeinde in Altenkunstadt an", erzählt Quartiersmanagerin Angela Lohmüller von der Projektgruppe "In der Heimat wohnen". "Und als wir so ein wenig plauderten, stellten wir fest, dass wir beide einen digitalen Adventskalender planen. Was lag da näher, als sich gegenseitig zu unterstützen?" Zwei Seelen, ein Gedanke. Bei der Gestaltung des "In der Heimat wohnen"-Kalenders konnte jeder mitmachen. "Und die Resonanz war groß. Ein sicheres Zeichen, dass dieses neue Format in der Bevölkerung ankommt", freut sich Lohmüller. Nicht nur Projektgruppenmitglieder, auch die Gemeinde, das Bürgercafé-Team, Vereine, Chöre und Bürger lieferten für den digitalen Kalender kurze Videoclips. bkl