Matthias einwag Der Veitsberg ist eine majestätische Erscheinung. Zu allen Jahreszeiten strahlt der dortige Lindenkranz eine große Anziehungskraft aus. Die Veitskapelle auf dem Berg ist aber gar nicht so einzigartig, wie man meint - sie hat eine baugleiche Zwillingsschwester bei Eggolsheim. Josef Urban geht der Baugeschichte der beiden Kirchen aus dem 18. Jahrhundert in einem Aufsatz nach: "Klein-Vierzehnheiligen - Die Barockkapelle St. Johannes der Täufer zu Schirnaidel, Pfarrei Eggolsheim".

Ein Baumeister, zwei Pläne

Kurz gefasst: Der spätere Eggolsheimer Pfarrer Hoffmann war von 1695 bis 1713 Pfarrer in Ebensfeld. Dort hatte er den aus Ellingen stammenden und vorher im Fürstbistum Bamberg nicht bekannten Maurermeister Andreas Rheinthaler kennengelernt. Dieser stellte den 1677 niedergebrannten Ebensfelder Kirchturm 1696 wieder her, erweiterte ihn und setzte ein neues Oberstockwerk auf.

Rheinthaler hat auch die Veitskapelle auf dem Ansberg in den Jahren 1717 bis 1719 komplett gebaut und ihr eine klare architektonische Form gegeben. Am Bau der Hankirche bei Prächting wirkte er ebenfalls mit. 1719 nahm Rheinthaler einen weiteren Auftrag an: Den Bau einer barocken Landkirche in Schirnaidel bei Eggolsheim. Seine Pläne sahen eine nahezu baugleiche Kopie der St. Veits-Kirche vor. 1719 begann er mit den Bauarbeiten, starb aber schon kurz darauf im selben Jahr. Ein anderer Baumeister vollendete die Kirche in Schirnaidel nach Rheinthalers Plänen.

Der Hauptbeitrag des Heftes mit "Klein-Vierzehnheiligen" im Titel bezieht sich auf die 1720 Johannes dem Täufer und den Vierzehn Nothelfern geweihte barocke Kirche in Schirnaidel. Die Darstellung der Nothelfer macht diese Kirche zu etwas Besonderem, so dass auch Bau-, Kunst-, Personen-, Frömmigkeitsgeschichte und Ikonographie umrissen werden.

Das neue Heft "Vom Main zum Jura" ist nach den Worten seines Herausgebers, Archivdirektor i. R. Josef Urban, das umfangreichste Heft aus den vergangenen 36 Jahren dieser heimatgeschichtlichen Zeitschriftenreihe. Der 69-Jährige: "Mich freut besonders, dass es in der Coronazeit geschafft wurde, trotz zeitweise geschlossener Archive und Bibliotheken die benötigten Materialen zusammenzubringen." Vieles sei im Home-Office entstanden.

Erfreulich sei, dass der Abonnentenstamm des jährlich erscheinenden Magazins zunehme. Zwar lägen fürs nächste Heft schon etliche Aufsätze vor, doch weitere gute Beiträge seien stets willkommen, sagt Josef Urban.

1985 war das erste Heft erschienen, erinnert sich Josef Urban, wofür im Frühjahr 1984 mit den Vorarbeiten begonnen worden war. Er selbst sei von Anfang an dabei, die Zeitschrift mit Inhalten zu füllen. Seit über zehn Jahren bereits mache er Redaktion und Vertrieb alleine. Interessante Beiträge seien immer wieder gefunden worden in den vergangenen Jahrzehnten. Dickere und dünnere Ausgaben entstanden so. Während die ersten Hefte sich vor allem auf den Kreis Lichtenfels konzentrierten, blickten die Autoren bald schon über die Kreisgrenzen hinaus, bezogen - dem Titel folgend - das gesamte Obermaintal und die Fränkische Schweiz mit ein.

Im neuen Heft wird eine bunte Vielfalt geschichtlicher Themen geboten: Die Wasserversorgung früherer Jahrzehnte auf dem Jura im Gebiet um Niesten und Modschiedel wird ebenso beleuchtet wie die Geschichte des Schießbergs bei Unterstürmig, einem dem Staffelberg ähnlichen Zeugenberg. Die Vergangenheit dieses Bergs gleicht in vielen Facetten der des Staffelbergs, denn auch dort finden sich keltische Spuren, und eine frühmittelalterliche Wallburg ist nachgewiesen.

Dem inzwischen verfüllten Hüllweiher von Buckendorf ist eine bebilderte Abhandlung gewidmet. Und die historischen Widderstuben im Fränkischen Jura werden vorgestellt - das sind hydraulische Pumpstationen, die das Wasser auf ausgeklügelte Weise vom Tal auf auf höher gelegene Orte drückten.