Betrifft Terrassenschwimmbad Bad Kissingen: Leinen los im Freibad? Bitte nicht! Bereits seit Jahren wird seitens der Badegäste des Terrassen-Freibades immer wieder der Wunsch nach Abtrennleinen laut, wie es ja in vielen anderen Bädern im In- und Ausland üblich ist. Bisher hat die Stadt das abgelehnt, weil sich besonders an heißen und vollen Tagen Leute auf die Leinen hängen oder setzen und diese auf Dauer damit schädigen.

Nun aber, Corona sei es gedankt, ist das Sportbecken strukturiert wie nie zuvor. Viele Badegäste sind total begeistert: Da gibt es Bahnen für schnelle und langsame Schwimmer, Einzelbahnen zum Ausweichen, und es wird im Kreis geschwommen, was so manchen Zusammenstoß vermeidet. Nehmen wir die vermutlich gesündeste Schwimmart, nämlich das Rückenschwimmen: Wie oft ist man da früher quer durchs Becken geeiert, bis man sich irgendwo wiederfand, wo man ganz sicher nicht hinwollte! Jetzt aber ist es kein Problem, ein kurzer Blick zur Leine genügt, und schon ist man wieder auf Spur. Ein weiterer Vorteil: der sogenannte Wellenbrechereffekt!

Also keine volle Ladung Chlorwasser in den zum Atmen weit geöffneten Mund... Noch nie war Bahnenschwimmen schöner! Unser Freibad ist schon lang zum Bahnenschwimmerbad geworden. Morgens soll es da seit Jahren regelrechte Platzhirschkämpfe geben, und sogar das Sprungbecken ist den Schwimmern vorbehalten - vor 11 Uhr wird der Turm nicht geöffnet.

Im Namen der Badegäste, gerade auch der bei Wind und Wetter schwimmenden Stammgäste möchte ich daher auf diesem Wege die Stadt darum bitten, die Leinen auch im nächsten Jahr - hoffentlich ohne Corona - drin zu lassen! Einen Versuch wäre es wert.

Im Übrigen profitieren auch die Vereine, die plötzlich richtig Gruppen bilden können. Der TSV zumindest hatte noch nie so viele Kinder im Sommertraining. Die aber sind die Schwimmer der Zukunft, und die Wasserwachtler und DLRGler sind die Wasserretter der Zukunft.

Gunhild Seitz

Bad Kissingen