Das Ehepaar Ruth und Eberhard Becker hat den Vorsitz im Stiftungsrat der "Stiftung Altenpflege Ruth und Eberhard Becker" in jüngere Hände gelegt. Er bleibt aber innerhalb der Familie: Tochter Barbara Becker-Türk und Schwiegersohn Wolfgang Türk werden die Aufgabe im Stiftungsrat übernehmen.
Eberhard Becker stellte bei der Übergabe fest: "Wir bedanken uns für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit in den letzten 28 Jahren. Ich glaube, wir können sagen, dass es erfolgreiche Jahre waren, und wir hoffen natürlich, dass es so weitergeht. Wir stehen im Hintergrund bereit, aber jetzt werden unsere Tochter Barbara und unser Schwiegersohn Wolfgang diese Aufgabe übernehmen." Bislang stellte die Stiftung über eine halbe Million Euro für die Einrichtungen der Awo und des Diakonischen Werks Kulmbach zur Verfügung.
Barbara Becker-Türk dankte den Eltern für das Vertrauen und betonte, dass sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Wolfgang Türk die Stiftung gern weiterführe. Sie ging kurz auf das Ziel der Stiftung ein, wie ihre Eltern sich das vor nunmehr fast 30 Jahren vorstellten: "Es war der intensive Wunsch unserer Eltern, dass die Bewohner in den Kulmbacher Häusern der Arbeiterwohlfahrt und der Diakonie direkt erreicht werden sollen. Es geht wirklich darum, dass Zuwendungen noch ein bisschen Lebensfreude und Lebensqualität an diese Bewohner heranbringen. Damit ist auch so ein bisschen der Leitfaden gegeben, welche Projekte hier auch unterstützt werden sollen. Es soll nicht darum gehen, hier alltägliche Notwendigkeiten auszustatten, die natürlich genauso unverzichtbar sind, aber der Tenor war wirklich, die Lebensfreude noch ein bisschen zu betonen und ein bisschen Lebensqualität zu schaffen. Es geht dabei auch um eine gewisse Langfristigkeit und Nachhaltigkeit. Es wird so sein, dass Projekte angestoßen werden, die dann mehr oder weniger zum Selbstläufer werden und nachhaltig weitergeführt werden, um diese Freude und den Nutzen für die Bewohner langfristig zu erhalten."


Geld für zwei Maßnahmen

Wolfgang Türk leitete die weitere Sitzung des Stiftungsrates und dankte für eine Spende der Familie Ruckdeschel in Höhe von 1000 Euro. Auf dem Kapitalkonto liegen die ursprünglichen Stiftungsgelder, die sich auf 256 000 Euro belaufen. Aus diesem Kapitalkonto wurde Geld erwirtschaftet, aber eine Spende von Ruth und Eberhard Becker in Höhe von 10 000 Euro hat dazu geführt, dass heuer zwei Maßnahmen des Awo-Kreisverbands Kulmbach und des Diakonischen Werks Kulmbach mit jeweils rund 10 000 Euro gefördert werden können.
Wie Awo-Geschäftsführer Peter Konrad mitteilte, will die Arbeiterwohlfahrt mit dem Geld der Stiftung die Mitarbeiter im Bereich der demenziellen Veränderung und daraus resultierendem herausfordernden Verhalten schulen, weil sich die Bewohnerstruktur in den stationären Einrichtungen über die letzten Jahre bedeutend verändert hat: "Die demenziellen Veränderungen und ein damit verändertes Verhalten der Bewohner nehmen im stationären Bereich immer mehr zu und stellen sowohl die Mitarbeiter als auch die Bewohner vor neue Herausforderungen." Awo-Geschäftsführer Peter Konrad machte deutlich, dass gut qualifiziertes Personal nicht nur in diesem Bereich die Tätigkeit erleichtert, sondern mehr Verständnis für das Verhalten der Bewohner bringt und auch adäquates Handeln ermöglicht.
Das Diakonische Werk Kulmbach will dagegen mit der palliativen und hospizlichen Pflege ein ganzheitliches Betreuungskonzept mit Mitteln der "Stiftung Altenpflege Ruth und Eberhard Becker" fördern. Wie Karl-Heinz Kuch als geschäftsführender Vorstand dazu ausführte, geht es um ein ganzheitliches Konzept für Menschen, die sich im fortgeschrittenen Stadium einer unheilbaren Erkrankung mit einer begrenzten Lebenserwartung befinden. Wichtig ist dabei, nicht nur examiniertes Personal zu fördern, sondern im Hinblick auf die Ganzheitlichkeit auch Hilfskräfte zu qualifizieren.