Wilhelmsthal —  Wehmut, Emotionen und herzliche Worte des Abschieds - mit der Verabschiedung von Gudrun Vornhof-Gabeli verliert die Grundschule Wilhelmsthal ein Stück Herzblut. 42 Jahre lang - ihren ganzen Schuldienst - hatte die in Waizendorf bei Trebgast (Landkreis Kulmbach) beheimatete Förderlehrerin an der Einrichtung gewirkt, an der auch Ende März dieses Jahres der lange gemeinsame Weg zu Ende gegangen war. Im coronabedingt nur kleineren Rahmen wurde die beliebte Lehrkraft im Beisein von Kollegen sowie Vertretern des Elternbeirats, der Gemeinde und Kirche nun auch offiziell verabschiedet.

"Ein wahrer Schatz verlässt die Schule", bedauerte Schulleiterin Petra Scherbel, die das Wirken der scheidenden Förderlehrerin mit Edelsteinen verglich. Gudrun Vornhof-Gabeli sei eine Lehrerin mit Leib und Seele, die Lehrern, Schülern und Kollegen viel Wertvolles mitgegeben habe. Zu ihren vielen Aufgabenbereichen zählten beispielsweise die Lehrmittel-Verwaltung, die Erstellung des Jahresberichts, Vertretungen von Lehrern und im Sekretariat, das Mitdenken an Termine, Organisatorisches sowie die Gründung und Leitung der Flötengruppe-AG, die viele Gottesdienste, Feste, Feiern oder das Café mit Herz mit ihren Auftritten bereichert.

Als Ansprechpartnerin und erste Kontaktperson habe sie stets ein offenes Ohr für die Belange von Lehrern, Schülern sowie Eltern gehabt und sei diesen bei Problemen mit Ratschlägen und Tipps zur Seite gestanden. Die Schüler habe sie mit großer Geduld bei Lern- und Verständigungsproblemen gestützt und gefördert.

Eine große Lücke entsteht

"Unsere Stimmung ist heute zweigeteilt", bekundete Scherbel. Einerseits gönne man ihr den wohlverdienten Ruhestand von ganzem Herzen; andererseits fehle sie sehr und hinterlasse im Unterrichtsalltag eine große Lücke.

"Da waren lachende Augen, ein fröhliches Herz, warme Hände und offene Ohren ..." - auch die Kinder der Offenen Ganztagsschule ließen die allseits beliebte Lehrerin nur sehr ungerne ziehen. Mit dem Lied "Pädagogin aus Passion" erinnerten sich fünf von ihnen daran, wie es war, als sie den ersten Tag aufgeregt im Klassenraum standen. Im Anschluss an ihren Vortrag gab die nunmehrige Pensionistin einen kleinen Einblick in ihre ehemalige Tätigkeit an der Schule; stellte sie doch den drei Jungen und den beiden Mädchen einige Mathematikaufgaben, die diese wie "aus der Pistole geschossen" beantworten konnten. Natürlich wurden sie hierfür entsprechend mit einer kleinen Nascherei belohnt.

Von einem besonderen Moment sprach Schulrätin Kerstin Zapf in ihrer sehr persönlich gehaltenen Laudatio. Über 40 Jahre Unterricht und Förderung - eine solche Zeit schafften nur die Wenigsten. "Dies verdient Wertschätzung, Hochachtung und Dank", verdeutlichte sie. Einzigartig sei auch, einen gesamten Schuldienst nur an einer einzigen Einrichtung - der Grundschule Wilhelmsthal, vormals Kronachtal-Schule - geleistet zu haben. Dieser sei sie seit 1979, nach Ablegen ihrer zweiten Prüfung zur "pädagogischen Assistentin", bis zur Pensionierung treu geblieben. In fruchtbarer Art und Weise habe sie den Unterricht ergänzt und sei sie eine Lernhilfe für lernschwache Kinder gewesen, denen sie Selbstachtung vermittelt habe. Als im positiven Sinne "Mädchen für alles" sei ihr an der Schule keine Arbeit jemals zu viel gewesen, wobei sie insbesondere im musischen Bereich sehr aktiv gewesen sei - und das alles neben ihrer eigentlichen Aufgabe als Förderlehrerin. "Diese Leistung ist nicht zu übertreffen", stellte die Schulleiterin heraus.

Herzliche Worte des Abschieds fanden auch Wilhelmsthals Zweiter Bürgermeister Gerhard Eidelloth sowie Pfarrer Sven Raube. Die Lehrerin habe Erstaunliches geleistet und sich in besonderem Maße um ganze Generationen von Kindern in der Gemeinde verdient gemacht. Namens des Elternbeirats gratulierten die Vorsitzende Christin Neder-Brown sowie seitens der Offenen Ganztagsschule Diana Bülling. Freuen durfte sich die nunmehrige Pensionistin auch über schöne Geschenke, darunter auch einen großen Hortensien-Strauch. Dieser wird sicherlich einen Ehrenplatz in ihrem 2000 qm großen Garten finden, für den sie nun mehr Zeit hat.

"Es hat Spaß gemacht. Ich habe keinen einzigen Tag bereut. Die Schule war meine zweite Heimat. Wenn ich hierher gefahren bin, dann war das wie nach Hause kommen", bekundete Gudrun Vornhof-Gabeli.