Königin Victoria war nicht nur ihrem Ehemann, dem Coburger Prinzen Albert, von Herzen zugetan, sondern auch seiner Heimat. In den zurückliegenden Wochen und Monaten zelebrierten zahlreiche Veranstaltungen aus Anlass des 200. Geburtstages der beiden mit Wonne diesen romantischen Aspekt. Wer in den rückhaltlos offenen Briefen und Tagebüchern der gefühlvollen Königin und den dem Zeitalter der Romantik verpflichteten Gesängen ihres Gemahls schwelgen wollte, hatte dazu alle Gelegenheit.

Kaum betrachtet wurde das royale Paar bisher aus der Perspektive einer Zeitzeugin, die beide sehr gut kannte: Herzogin Alexandrine von Sachsen-Coburg und Gotha. Die Ehefrau von Alberts Bruder Ernst II. war ein Jahr jünger als "die Geschwister" in London. Ihr 200. Geburtstag wäre also im nächsten Jahr zu begehen. Von Victoria stets als "Schwester und Freundin" tituliert, stand sie in der politischen und dynastischen Bedeutung in deren Schatten. Zurückhaltung entsprach auch dem Temperament der klugen Coburger Herzogin. Gerade deswegen ist ihr Blick auf Albert und Victoria, ihre Anteilnahme wie ihre subtile Wahrung der Eigenständigkeit der Betrachtung wert.

Mit der von Alexandrine verfassten "Haus-Chronik" über die Jahre 1842 bis 1867 verfügt die Landesbibliothek Coburg über ein einzigartiges Werk, das intime Einblicke in die Begegnungen des herzoglichen mit dem königlichen Paar gewährt, heißt es in einer Pressemeldung. Die "Haus-Chronik" ist Teil der Ausstellung "Heiß geliebt: Albert, Victoria, Bücher", die noch bis zum 25. Oktober in der Landesbibliothek zu sehen ist.

Bibliothekschefin Silvia Pfister stellt sie in einem etwa einstüdigen Vortrag am Donnerstag, 26. September, um 18 Uhr vor und geht besonders auf die laufenden Kontakte zwischen London und Coburg ein. Der Vortrag im Andromeda-Saal der Landesbibliothek (Schloss Ehrenburg, 1. OG) trägt den Titel "Die royale Verwandtschaft in der Haus-Chronik Herzogin Alexandrines". Es handelt sich um ein kostenloses Bildungsangebot im Zusammenhang mit der Ausstellung, die vorher (ab circa 17.30 Uhr) und nachher (bis circa 20 Uhr) besichtigt werden kann. red