Sabine weinbeer In der Kiliani-Wallfahrtswoche ist jeder Tag einer bestimmten Personengruppe gewidmet. Der Samstag steht traditionell im Zeichen der Jugend. Auch aus dem katholischen Dekanat Haßberge machen sich dann Jugendliche auf den Weg nach Würzburg zu einem großen Gemeinschaftserlebnis. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Statt auf dem Main nach Würzburg zu paddeln, veranstalteten die Jugendseelsorger Andreas Hartung und Matthias Vetter in Kirchlauter einen Jugendgottesdienst mit anschließendem Picknick.

Als Thema für den Kiliani-Gottesdienst unter besonderen Vorzeichen hatten Hartung und Vetter das Thema "Wunder" ausgewählt. Matthias Vetter machte schon im Einführungstext deutlich, dass auch der Alltag Wundermomente bereithalte, allerdings müsse man auch die Augen und das Herz dafür öffnen. Jesus habe oft Menschen in Not geholfen und Wunder gewirkt. Dieses Hilfsangebot gelte auch heute noch.

Auch Kilian habe wohl Wunder erlebt, mutmaßte Andreas Hartung in seiner Predigt, denn seine Heimat zu verlassen und das "weiße Martyrium" auf sich zu nehmen, das benötige schon einen starken Anlass. "Weißes Martyrium", das bedeutet, dass sich Kilian, Kolonat und Totnan in ein Boot setzten und sich einfach treiben ließen im Vertrauen auf Gott.

Das Evangelium handelte vom leeren Grab, wo viel Verwirrung herrschte und die Jünger zunächst blind waren für das Wunder. "Dass wir alle Wunderschubser werden, Wunder in diese Welt bringen, weil es die Mitmenschen brauchen", das wünschten Matthias Vetter und Andreas Hartung zum Abschluss des eindrucksvollen Gottesdienstes, in dem Weihrauch und Seifenblasen die Wundermomente symbolisierten und die Anliegen der Gottesdienstteilnehmer zum Himmel trugen.

Herzlich dankten die Jugendseelsorger der Feuerwehr Kirchlauter, die für das Hygienekonzept des Gottesdienstes sorgte. "Ihr wart gleich mit Feuereifer dabei, als Ihr gefragt wurdet", dankte Andreas Hartung. Die Feuerwehrleute sperrten die Wiese hinter dem Feuerwehrhaus und dem Oskar-Kandler-Zentrum ab, desinfizierten die ankommenden Gottesdienstteilnehmer und begleiteten sie zu ihren Plätzen. Aus Baunach und Ebelsbach waren sie ebenso gekommen wie aus Weisbrunn und aus Friesenhausen. Alle blieben sie zum Picknick nach dem Gottesdienst, auch wenn das übliche Gemeinschaftserlebnis stark eingeschränkt war, denn die Gruppen mussten unter sich bleiben. Die beiden Jugendseelsorger freuten sich, dass trotzdem eine stattliche Anzahl an jungen Leuten zeigte, dass der Gottesdienst an sich ihnen wichtig ist und nicht nur das "Event" drumrum. Dennoch wäre es schön, wenn die Paddel-Wallfahrt zum Kiliansfest nach Würzburg im nächsten Jahr wieder stattfinden könnte.