Schweren Herzens haben sich die Träger der Tafel Lichtenfels plus, das Diakonische Werk Kronach-Ludwigsstadt/Michelau sowie der Caritasverband für den Landkreis Lichtenfels, dazu entschlossen, den Betrieb vorübergehend bis vorerst 25. April einzustellen.

Die aktuelle Situation, die Ausrufung des Katastrophenfalls in Bayern sowie die Tatsache, dass das Virus bereits im Landkreis Lichtenfels angekommen ist, macht diese Maßnahme notwendig. Auch wenn die Tafel wegen des Virus bereits fertig gepackte Lebensmittelpakete am Eingang an die Kunden verteilt, sind soziale Kontakte unumgänglich. Dies betrifft nicht nur die Verteilung der Lebensmittelpakete, sondern auch die Vorbereitung und das Sortieren der eingesammelten Lebensmittel durch die Helferteams mehrfach wöchentlich. Rund 60 Helfer sind bei der Tafel regelmäßig im Einsatz, von denen ein Großteil ältere Menschen im Rentenalter sind. Sie stellen damit die besondere Corona-Risikogruppe dar. Auch unter den Tafelkunden befinden sich viele Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen, die z. B. Erwerbsminderungsrente beziehen. Für diese Menschen tragen die Träger eine besondere Verantwortung.

Unterstützendes Angebot

Tafeln retten übrig gebliebene Lebensmittel und geben sie an Menschen mit geringen Einkommen und Sozialleistungsbezieher weiter. Sie verstehen sich als unterstützendes Angebot, um diesen Menschen einen finanziellen Spielraum und soziale Teilhabe zu ermöglichen. Tafeln sind prinzipiell keine Grundversorger, das können sie nicht leisten.

Die staatlichen Sozialleistungen sind so angelegt, dass sie den täglichen Grundbedarf decken. Natürlich ist es für die Tafelkunden nicht einfach, sich noch weiter einschränken zu müssen, und es trifft damit die Ärmsten der Gesellschaft hart.

Trotzdem muss der Schutz von Gesundheit und Leben aller Beteiligten Priorität haben. Mehr als 130 Tafeln in Deutschland haben aus Sorge vor dem Virus ihren Betrieb bereits eingestellt. Der Bundesverband Tafeln ruft in der Bevölkerung zu Verständnis und zu Solidarität gegenüber Menschen auf, die nun auf das unterstützende Angebot der Tafeln verzichten müssen. red