Die Lebensmittelbranche hat Gewicht im Landkreis

1 Min

34 Sattelschlepper voll mit Schokolade: So groß ist der Hunger auf Süßes im Landkreis Haßberge pro Jahr. Von der Tafel über die Praline bis zum Riegel: 810 ...

34 Sattelschlepper voll mit Schokolade: So groß ist der Hunger auf Süßes im Landkreis Haßberge pro Jahr. Von der Tafel über die Praline bis zum Riegel: 810 Tonnen Schokolade aßen die Menschen hier zuletzt rein statistisch - gut 9,5 Kilogramm pro Kopf. Beim Käse waren es 2070 Tonnen (24,5 Kilogramm pro Einwohner). Und beim Bier wurden 88 000 Hektoliter im Jahr getrunken (104 Liter pro Kopf).
Schokolade, Käse, Bier - nur drei Beispiele, die zeigen, welche Bedeutung Lebensmittelindustrie und -handwerk haben, sagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Die NGG gab gestern die Zahlen für den Kreis Haßberge bekannt.
Rund 1620 Arbeitsplätze hängen im Kreis Haßberge laut Arbeitsagentur an der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln. "Die Branche ist aber nicht nur regional ein Schwergewicht. Nimmt man den Umsatz, ist sie der drittgrößte Industriezweig in Deutschland und schafft es damit auf die internationalen Teller", sagt Ibo Ocak von der NGG Unterfranken. So seien Hersteller aus der Region regelmäßig auf der Grünen Woche, der weltgrößten Agrar- und Verbrauchermesse, in Berlin präsent. "Kaum irgendwo ist die Lebensmittelsicherheit höher als bei uns", sagt der Geschäftsführer der NGG Unterfranken.
Eine Voraussetzung für gutes Essen und Trinken sei jedoch, dass es fair produziert werde, angefangen vom Anbau der Zutaten bis hin zu den Arbeitsbedingungen in der Verarbeitung.
Dazu hat die NGG eine lebensmittelpolitische Initiative gestartet. Ibo Ocak: "Gute Ernährung und gute Arbeit gehören zusammen. Hygiene unter Zeitdruck - das kann zum Beispiel nicht gut gehen." Dies bedeute auch, dass Unternehmen Tarifverträge einhielten und sich an der Berufsausbildung beteiligten, betont der Gewerkschafter laut der NGG-Mitteilung.
Mit Sorge sieht die NGG den Trend zur Verramschung: "Gerade bei Getränken, Fleisch und
Süßwaren erleben wir regelrechte Rabatt-Schlachten in den Supermärkten", bedauert er. Damit würden Lebensmittel oft weit unter Wert verkauft. red