Knetzgau — Stabile Einwohnerzahlen, eine gute Infrastruktur und ein aktives Vereinsleben: In Knetzgau lässt es sich gut leben - auch wenn im Gemeinderat nicht immer Einigkeit herrscht.

Bei der Kommunalwahl konkurrieren am 15. März zwei Männer um das Amt des Bürgermeisters: Der jetzige Gemeindechef Stefan Paulus wurde von SPD und Christlicher Wählergemeinschaft (CWG) für eine dritte Amtsperiode aufgestellt. Die Grünen fanden mit Benjamin Schraven (parteilos) einen engagierten Herausforderer.

Unter Stefan Paulus ist sowohl in der Gemeinde wie in den Gemeindeteilen von Knetzgau das Feld wohlbestellt worden: Es gibt genug Wohnraum, ein eigenes Seniorenheim steht und ein weiterführendes Verkehrskonzept ist entwickelt; aktuell wird an einer Erschließungsstraße innerorts gebaut. Auch eine Art Ersatz für die nicht mehr nutzbare Franz-Hofmann-Halle ist in Sicht mit dem Maininformationszentrum. Es soll, finanziert zum großen Teil durch den Freistaat, Leuchtturmprojekt der Region Mainfranken werden. Hier soll es Dauer- und Sonderausstellungen rund um den Main geben, eine Zusammenarbeit mit der Universität Würzburg ist geplant, und das MIZ soll vor allen Dingen die Identität des Erlebnisraums Main und die Einzigartigkeit seiner Flusslandschaft belegen. Knetzgau würde damit auch überregional zum "Hingucker".

Dabei ist es jetzt schon attraktiv als Gewerbestandort und als Wohngemeinde. Man rechnet mit weiterem Bevölkerungsanstieg. Denn kurze Wege führen über die A 70 zu den größeren Zentren Schweinfurt, Bamberg, Nürnberg. Die unmittelbare Lage am Main macht es für Erholungssuchende attraktiv.

Dennoch gibt es noch Herausforderungen: Die Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) ist - wie im gesamten Landkreis - Thema, genauso wie eine bessere Vermarktung im Tourismus. Doch auch hier probierte man als erste Kommune im Kreis mit den Mitfahrbänken eine Lösungsmöglichkeit aus. Um der steigenden Einwohnerzahl gerecht zu werden, muss die Infrastruktur angepasst werden: Ausbau der Kinderbetreuung, Pflegeplätze für Alte und Kranke oder angepasste Wasserentsorgung sind unumgänglich.

Benjamin Schraven will den Bürgern größeres politisches Mitspracherecht einräumen und verspricht Transparenz. Bürgermeister Stefan Paulus sieht seine Verwaltung und sich als gutes Team und lobt die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen.