Der Kreishaushalt 2019 scheint auf die Zielgerade einzubiegen, denn auch der Kreisausschuss nahm in seiner Sitzung am Montagnachmittag das Zahlenwerk, das Kreiskämmerer Rainer Dippold vorlegte, zustimmend zur Kenntnis. Erfreulich vor allem, dass nach dem aktualisierten Entwurf des Kreishaushalts eine Senkung der Kreisumlage um 1,5 Punkte auf damit 41,9 v. H. möglich ist. Der Grund dafür: Der tatsächliche Grundbetrag für die Schlüsselzuweisungen des Landkreises liegt erheblich über dem bisherigen Schätzwert. Damit ergibt sich für den Landkreis Kulmbach eine deutlich höhere Schlüsselzuweisung mit nunmehr 13 404 084 Euro, die ursprünglich bei knapp 13 Millionen Euro lag.

Wie Kreiskämmerer Dippold erläuterte, wurde die Verbesserung gegenüber der bisherigen Planung um rund 400 000 Euro nicht für Maßnahmen des Landkreises oder zur Minderung der Kreditaufnahme, sondern vollständig für eine weitere Senkung des Kreisumlagesatzes um nochmals 0,5 Hebesatzpunkte verwendet. Dafür hatte sich auch Oberbürgermeister und CSU-Kreisrat Henry Schramm bei der letzten Sitzung des Kreisausschusses starkgemacht.

Der größte Gewinner bei der Senkung der Kreisumlage ist die Stadt Kulmbach mit knapp 4,4 Millionen Euro weniger. Danach folgen der Markt Mainleus mit 821 141 Euro, der Markt Thurnau mit 416 087 Euro und der Markt Marktleugast mit 265 962 Euro. Die Bezirksumlage des Landkreises Kulmbach beträgt für 2019 nach aktuellem Hebesatz 14 440 418 Euro.

Kreiskämmerer Rainer Dippold ging noch kurz auf die Investitionsmaßnahmen im Vermögenshaushalt 2019 ein. Danach liegen die Schwerpunkte weiterhin im schulischen Bereich. So will der Landkreis die Außenanlage und den Hauptzugang zur Carl-von-Linde Realschule mit rund 300 000 Euro entscheidend verbessern.

Großbaustelle Berufsschule

Weitere Maßnahmen sind am Beruflichen Schulzentrum über das KIP-S Programm mit rund 1,4 Millionen Euro geplant. Ob alles in diesem Jahr verbaut werden kann, ist laut Landrat Klaus Peter Söllner noch fraglich. Mit insgesamt 8,3 Millionen Euro wird das Berufliche Schulzentrum die Großbaustelle auch in den nächsten beiden Jahren bleiben. Weitere Maßnahmen bilden die bautechnische Sicherheit am Landratsamtsgebäude mit rund 550 000 Euro und die energetische Sanierung an der Nord-und Ostfassade mit 380 000 Euro. Für die öffentliche Sicherheit mit Brandschutz und der Investitionsumlage für den Rettungszweckverband werden rund eine Million Euro aufgewendet, für Deckensanierungen an Kreisstraßen sind 855 000 Euro eingeplant. Der Kreditaufnahmebedarf liegt für den Kreishaushalt 2019 bei 837 000 Euro.

Dem Kreisausschuss lag unter anderem ein Antrag der Stadt Kulmbach bezüglich des Jugendzentrums, das in den Bahnhof umzieht, vor. In Anbetracht der bisherigen Kostenverteilung und im Hinblick auf den Charakter der Einrichtung mit überörtlicher Bedeutung für Stadt und Landkreis hat der Stadtrat beschlossen, die hälftige Übernahme der entstehenden Umbaukosten - im Moment geht man von 129 000 Euro aus - durch den Landkreis zu beantragen. In die neu abzuschließende Betriebsvereinbarung zwischen Stadt, Landkreis und Kreisjugendring sollen die entstehenden Personalkosten ebenfalls je zur Hälfte zwischen der Stadt und dem Landkreis aufgeschlüsselt werden. Landrat Klaus Peter Söllner sprach sich dafür aus, dass man sich "irgendwo in der Mitte" treffe, was die Finanzierung der Baukosten und den späteren Unterhalt angehe. Eine Empfehlung wurde vom Kreisausschuss noch nicht ausgesprochen.