Ihre 54. Coburg-Wanderung unternahm die Königsberger Schlossberggemeinde. Auf dem historischen Amtsbotenweg ging es von Stadt zu Stadt.

Die Stadt Königsberg gehörte bis 1920 nicht zu Bayern, sondern war eine Exklave des Herzogtums Sachsen-Coburg-Gotha und wurde von dort aus verwaltet. Vor 100 Jahren wurde die Regiomontanusstadt nach einer Abstimmung Bayern einverleibt. Die Amtsgeschäfte zwischen Königsberg und der Residenzstadt mussten einst per Amtsboten erledigt werden. Über 40 Kilometer mussten die Boten dabei jeweils in eine Richtung zurücklegen.

Der Amtsbotenweg ist heute noch ausgeschildert und dient einmal im Jahr den Mitgliedern der Schlossberggemeinde Königsberg und inzwischen auch etlichen weiteren Wanderfreunden aus der Region als Anhaltspunkt für ihre alljährliche Coburg-Wanderung. Dabei geht es frühmorgens um 6 Uhr auf dem Marktplatz in Königsberg los, um gegen 18 Uhr auf dem Marktplatz in Coburg anzukommen. Heuer jährte sich diese Wanderung, deren Ursprung anfänglich eine Wette war und die mittlerweile zur Tradition geworden ist, zum 54. Mal.

Vor dem Start herrschte auf dem Königsberger Marktplatz reges Treiben. Bürgermeister Claus Bittenbrünn und Burgvogt Eddi Klug von der Schlossberggemeinde Königsberg verabschiedeten 31 Wanderer. Sie machten sich unter der Leitung der beiden Wanderführer Erich Schulz und Udo Grieser auf die über 40 Kilometer lange Strecke nach Coburg.

Doch im Vergleich zu den Vorjahren war es diesmal eine etwas andere Wanderung, wie der Schriftführer der Schlossberggemeinde und Mitwanderer Walter Schneider berichtet: "Während die bisherigen Berichte überwiegend mit der Einleitung ,bei traumhaftem Wanderwetter' begannen, begleitete uns zu Beginn diesmal etwas Nieselregen, der zwar nachließ, sich aber nach gut der Hälfte der Strecke wieder verstärkte und nach der Kaffeepause in stärkeren Regen überging."

Dies war sicherlich ein Grund dafür, dass die Beteiligung an der Wanderung etwas geringer ausfiel als sonst. So kamen zu den 31 in Königsberg gestarteten Teilnehmern in Altenstein nur noch sieben weitere Wanderer dazu. Auch die Corona-Pandemie führte dazu, dass der Ablauf etwas anders war als sonst; es galt zum Beispiel die Maskenpflicht in den Gaststätten und im Bus auf der Heimfahrt. Aus diesem Grund wurde auch auf die Gruppenfotos von eng gedrängten Teilnehmern nach der Mittagspause in Seßlach und nach der Ankunft in Coburg verzichtet.

Ansonsten lief alles nach dem seit Jahren bewährten Schema ab: Frühstück in Leuzendorf bei Weißwürsten und Brezeln, Mittagessen in Seßlach, Kaffeepause im Sportheim in Eicha, bei der Ernst Zieg den Kuchen spendierte, Ankunft gegen 18.15 Uhr in Coburg auf dem Marktplatz. Anschließend ging es sofort in die Coburger Hofbräu, um sich wieder aufzuwärmen und den Durst zu stillen.

Burgvogt Eddi Klug bedankte sich bei den Wanderführern Erich Schulz und Udo Grieser sowie bei Walter Schneider für die organisatorischen Tätigkeiten. Als jüngster Wanderer erhielt Andreas Treutlein eine Tüte mit Gummibärchen, als ältester Wanderer Walter Schneider einen Bocksbeutel.

Trotz der widrigen Umstände waren sich die Teilnehmer einig, dass es wieder ein wunderschöner Tag war, und alle waren der Meinung: "Wir freuen uns auf die Coburg-Wanderung 2021."