SEK (Sondereinsatzkommando) - so lautete normalerweise die Bezeichnung für jene der 30 Sternsingergruppen aus der St.-Georgs-Pfarrei, die das Altenheim St. Anna, das Wohnhaus für Demenzkranke am Schlossberg und das Kreiskrankenhaus St. Anna besuchte. Es handelte sich um bereits volljährige Ministranten, denen die Aufgabe anvertraut wurde, Alten und Kranken den Neujahrssegen zu bringen.

Nachdem es in diesem Jahr keine Sternsingerbesuche geben konnte, ließ man sich etwas einfallen, "weil es Ausfallen für den Neujahrssegen nicht gibt", meint Stadtpfarrer Kilian Kemmer. Im Seniorenzentrum St. Anna segnete Pastoralreferentin Monika Urbasik das Haus und die Bewohner. Vor dem Rathaus musste sich Bürgermeister Gerald Brehm (JL) strecken, um den Segen für das neue Jahr über der Eingangstür seiner Behörde sichtbar anzubringen. Die Größe der Pfarrgeistlichkeit reichte nicht aus, um die Türrahmen zu erreichen. Auf Wunsch von Landrat Alexander Tritthardt (CSU) überbrachte Kemmer den Segen zur Außenstelle des Landratsamtes ins Höchstadter Schloss, wo er nicht nur an der Eingangstür zu sehen ist, sondern auch über dem Sitzungssaal und dem Büro des Landrates.

Der Segen Gottes ist nötig

Während in den vergangenen Jahren Krankenhausseelsorger Georg Paszek mit der "SEK-Gruppe" von Zimmer zu Zimmer im Kreiskrankenhaus St. Anna zog und dabei Intensiv- und Palliativstation nicht ausließ, musste die Haussegnung der Pandemie geschuldet heuer anders ausfallen. Verwaltung, Pflegedienstleitung und Ärzte waren sich einig: Gerade für dieses Jahr benötigen wir den Segen Gottes. Nach dem Dank des Seelsorgeteams an alle, die im Krankenhaus arbeiten, segnete Diakon Paszek das Haus mit allen Patienten, Ärzten, Schwestern, Pflegern, dem Hauswirtschafts- und Reinigungspersonal sowie mit der Verwaltung. Chefarzt Martin Grauer, ärztlicher Direktor von St. Anna, brachte über der Eingangstür im Foyer den Neujahrssegen höchstpersönlich an. Verwaltungsleiter Thomas Menter dankte für die systematische Begleitung aller in der Krankenhausfamilie. Die wöchentliche Krankenkommunion, die Zusammenarbeit mit Caritas und Hospizverein, die Betreuung der Patienten wie auch des Pflegepersonals und der Ärzteschaft sei fester Bestandteil und unverzichtbar für die Arbeit in St. Anna geworden. So existiere durch die Spitalkirche nicht nur die architektonische Nähe zur Kirche, sondern die Präsenz der Pfarrei St. Georg durch Krankenhausseelsorger Georg Paszek schaffe Nähe.

Historische Verbundenheit

Als Geschenk bestellte Stadtpfarrer Kilian Kemmer zwei Brotzeiten für alle Angestellten des Hauses, die sie sich in einer Pause schmecken lassen können. Kemmer erinnerte daran, dass am Karfreitag die Geistlichen mit dem historischen Holzkruzifixus genauso zur Segnung des Krankenhauses auf den Platz vor die Spitalkirche zogen wie an Heiligabend im Anschluss an die Christmette mit dem Jesuskind in der Krippe. Die historische Verbundenheit von Krankenhaus und Kirche seit über 500 Jahren kam heuer auch ohne ein SEK mit dem Neujahrssegen ganz anderer Art erneut zum Ausdruck. LM