Die Jugend im Landkreis Coburg hat durchaus Interesse an Kommunalpolitik. Das zeigt die beachtliche Teilnahme an der "U 18 Wahl". 438 Jugendliche haben sich beteiligt. Ihre abgegebenen Stimmen fließen allerdings nicht in das Ergebnis der Wahl am Sonntag mit ein.

In Bayern ist dies erst mit der Vollendung des 18. Lebensjahres möglich. Erst im Juli 2019 hat der bayerische Landtag über das Thema "Wählen mit 16" abgestimmt. SPD, Bündnis 90/Die Grünen und die FDP hatten jeweils einen Gesetzentwurf eingereicht, der ein aktives Wahlrecht ab 16 Jahren vorsah - für Kommunal- wie auch Landtagswahlen.

Die Gesetzentwürfe wurden aber mit den Stimmen von Freien Wählern, CSU und AfD abgelehnt. Die Freien Wähler hatten sich dabei für ein Wahlrecht ab 16 bei den Kommunalwahlen ausgesprochen und einen eigenen Gesetzentwurf in Aussicht gestellt. Doch für die anstehenden Kommunalwahlen heißt es auf jeden Fall: Erst ab 18 wählen. Mit dieser Entscheidung gehört Bayern mittlerweile zur Minderheit in Deutschland. Außer dem Freistaat halten noch Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen am Wahlrecht ab 18 fest.

Allerdings dürfen Kinder und Jugendliche neun Tage vor der eigentlichen Wahl ihre Stimme abgeben. Fast wie bei regulären Wahlen - in Wahllokalen mit Stimmzetteln, Wahlkabinen und Wahlurnen.

"Jugendliche wissen sehr gut, was ihre Kommune für sie lebenswert macht, und haben Vorstellungen davon, wie sich der Landkreis für die Zukunft aufstellen kann", weiß Susanne Lange, Kreisjugendpflegerin, die die U18-Wahl und die weiteren Aktionen im Landkreis Coburg zur Kommunalwahl zusammen mit dem Arbeitskreis "DieCouchKommt" organisiert.

Stadt und Land ähnlich

Ginge es nach den Jugendlichen, wäre der Kreistag wie folgt besetzt: Von 434 gültigen Stimmen entfielen: 32 Prozent auf die Grünen, 24 Prozent auf die CSU,

16 Prozent auf die SPD, 9 Prozent auf die AfD, 7 Prozent auf die FW, 5 Prozent auf die FDP, ebenfalls 5 Prozent auf die ÖDP,

1 Prozent ULB, und ebenso 1 Prozent auf die Linke.

Ein ähnliches Bild hatte auch die U 18 Wahl in der kreisfreien Stadt Coburg ergeben. Dort kamen die Grünen auf 31,15 Prozent, die CSU auf 15,2, die SPD auf 10,25 Prozent, die FDP auf 5,33 Prozent.

Die AfD kam bei den Jugendlichen in der Stadt deutlich schlechter weg und erreichte 2,87 Prozent, die Linke kam auf 2,05 Prozent. red