Ein komplett neu gewählter Vorstand beim FC Teutonia Haßlach ging frohen Mutes und voller Elan mit großen Zielen Anfang März an seine Arbeit. Doch schon zwei Wochen nach der Neuwahl wurde der Verein durch die Corona-Pandemie mit einer Vollbremsung fast zum Stillstand gebracht.

Der FC Teutonia Haßlach bei Kronach wählte am 8. März einen neuen und verjüngten Vorstand. Dieser ging motiviert an seine Aufgabe. Schließlich konnte man in dieser Saison doch erstmals seit 2008 wieder mit einer eigenen Fußballmannschaft in den Spielbetrieb der B- Klasse des Spielkreises Coburg-Kronach eingreifen. In den vergangenen drei Spielzeiten hatte man eine Spielgemeinschaft mit Haig II und Burggrub II gestellt.

So war man also Anfang März guten Mutes und der Vorstand ging voller Tatendrang und Zuversicht an seine Herausforderungen. Er setzte sich hehre Ziele, die in der damaligen Jahreshauptversammlung mit Freude aufgenommen wurden.

Zum 20. März war der Traum der neuen Mannschaft allerdings ausgeträumt. Die Ausgangsbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie trafen die Hobbyfußballer wie ein Knock-out im Boxring. Alle Vorhaben, Träume und Ziele von der Wiederaufnahme des Spielbetriebs platzten. Und dies in der Euphorie, den Spielbetrieb nach über zehn Jahren erstmals wieder mit einer hochmotivierten jungen Mannschaft aufnehmen zu können. Die monatelangen Vorbereitungen und Bemühungen, junge Leute zum FC Teutonia zu bewegen, waren umsonst. Dabei war man so stolz, 28 junge Haßlacher Fußballer mit Spielerpässen überzeugen zu können, beim FC Teutonia in den Spielbetrieb einzusteigen.

Erster Vorsitzender Heiko Biesenecker und sein Stellvertreter Erik Noah Wagner erklären, wie man mit der Situation umgegangen ist beziehungsweise umgeht. So brannte der Verein schon auf die näherkommende Rückrunde und die vielen geplanten Veranstaltungen. Natürlich wollte man, dass allen das Jahr 2020 gut in Erinnerung bleibt. Dass nun das erste Jahr ihrer Vorstandstätigkeit so im Gedächtnis bleiben wird, damit hätte keiner gerechnet.

Feste fallen aus

Auf ein Sportfest, die Kerwa, diverse Heimspiele und einfach gemütliches Beisammensein in der Teutonenlaube hatte sich schon jeder gefreut. Da der Trainingsbetrieb nicht weitergeführt werden durfte und ohnehin alle Sportstätten sowie Sportplätze gesperrt waren, musste man sich anderweitig fit halten, sofern man alleine die Motivation dazu hat und findet. Joggen, Rad fahren, mancher baute sich ein eigenes kleines Fitnessstudio auf. Ein Teil des Teams hat auf Facebook an der sogenannten "Coronatoilettenpapier-Challenge" teilgenommen. Hier bekommt derjenige die Rolle von einem Kollegen zugespielt, dieser jongliert damit und gibt sie weiter - also mehr Gaudi als wirklicher Sport.

Natürlich wünscht sich jeder, dass wieder Normalität einkehrt, dem einen fehlt die tolle Kameradschaft, dem anderen der Spaß am Ballsport, einem Fußballromantiker, wie es die beiden Vorstände sind, natürlich beides. Aufgrund der Ausgangsbeschränkung konnten sich auch immer nur zwei Personen aus verschiedenen Haushalten treffen. Heiko Biesenecker und Erik Noah Wagner haben sich das Sportheim zu Herzen genommen und wollen die Teutonenlaube wieder auf Vordermann bringen. Der neue Platzwart Lukas Wolfring ist meist mit seinem Bruder Lasse zu Werke. Die beiden kümmern sich um die Sportplatzpflege.

Einnahmen fehlen weiterhin

Nachdem seit dem 8. Juni unter Auflagen wieder bedingt trainiert werden darf, haben die Haßlacher nach Absprache mit Landratsamt und Gemeinde den Trainingsbetrieb in Kleingruppen wieder aufgenommen. Da aber weiterhin keine Spiele und Veranstaltungen sein dürfen, bleibt auch die Kasse leer und man hat fast nur Ausgaben zu verzeichnen, bis auf das ein oder andere Getränk, das bei einem Arbeitseinsatz getrunken wird.

Heiko Biesenecker ist der Meinung, dass er für jeden Verein im Umkreis spricht, die alle nur hoffen, dass es bald wieder losgeht. "Neben den wenigen Einnahmen sind wir uns auch sicher, dass der eine oder andere eines Vereins, der eh schon nur als Ergänzungsspieler zur Verfügung stand, seine Fußballschuhe an den Nagel hängen wird", bedauert er.

Doch entmutigen lässt man sich nicht. Denn rund um die Sportanlagen gibt es ohnehin immer alle Hände voll zu tun, um das Sportgelände zu hegen und zu pflegen. Und auch Sponsoren zeigen sich bereit, dem Sportverein auch während dieser schweren Zeit ihre Unterstützung zu geben. Das macht Mut und motiviert dazu, zuversichtlich in die Zukunft zu sehen. Letztlich kann man sagen, dass die Corona-Zwangspause sicher keinem Verein zugutekommt, dennoch bestehen die gesteckten Ziele der Teutonia nach wie vor und die Vorstände sehen den FC auf einem guten Weg. eh