Hoch sind die Anforderungen im Kirschenanbau, einem bedeutenden Wirtschaftszweig der Landwirtschaft in der Fränkischen Schweiz, hinsichtlich Qualität und Aussehen. Um einen zusätzlichen Anreiz bei den Erzeugern zu schaffen, haben das Landratsamt Forchheim und die Obstgenossenschaften im Landkreis erstmals einen Wettbewerb um die größte/schwerste Kirsche im Anbaugebiet Fränkische Schweiz ausgeschrieben.

Dem Sieger wirkt eine Prämie von 500 Euro. Symbolisch trafen sich die Verantwortlichen im Herzen des Anbaugebietes bei Hagenbach, Gemeinde Pretzfeld, in einem Kirschgarten von Ferdinand Sponsel. Unter ihnen Landrat Hermann Ulm (CSU) und Hans Schilling vom Obstinformationszentrum Hiltpoltstein, Geschäftsführer Manuel Rauch von der Obstgenossenschaft Pretzfeld und Ronny Trägner, Geschäftsführer des Obstgroßmarktes Igensdorf. Beteiligen wird sich auch der Obstgroßmarkt Mittelehrenbach.

Es gibt klare Spielregeln. Die Kirschen müssen von Anbauern aus dem Lieferbereich der drei Obstgenossenschaften stammen, das beinhaltet die Fränkische Schweiz, aber auch Spalt und das Bamberger Umland. Die in den Genossenschaften abgegebenen Kirschen werden von Fachberater Hans Schilling im Beisein des jeweiligen Geschäftsführers gewogen und dokumentiert.

Das Wiegen erfolgt zweimal wöchentlich am Montag- und Donnerstagnachmittag, beginnend um 15 Uhr in Igensdorf, dann Mittelehrenbach und Pretzfeld. Das Gewicht der größten Kirsche wird dann an den Infotafeln der Obstgroßmärkte jeweils aktualisiert, so dass der aktuelle Stand verfolgt werden kann. Die letzte Annahme der Kirschen zur Auswertung erfolgt am Montag, 22. Juli, um 16 Uhr in den Genossenschaften.

Die Vorstellung und Übergabe des Preises erfolgt am 23. Juli um 19 Uhr auf dem Kirschenfest in Pretzfeld durch Landrat Hermann Ulm.

Ferdinand Sponsel stellte bei dieser Gelegenheit mit seiner Frau Elfriede und Tochter Jasmin den Kirschgarten kurz vor. Auf einem Hektar finden rund 500 Kirschbäume, vorwiegend der begehrten Sorte Regina, Platz. Alle sind überdacht und werden bewässert. Dennoch ist es kaum möglich, den fehlenden Regen von 2018 und das Wasser aus fehlender Schneeschmelze zu ersetzen, was eine echte Herausforderung bei der Fruchtgröße darstellt. Strenge Kontrollen für Pflanzenschutz sind von den Erzeugern zu beachten.

Ronny Trägner von der Obstgroßmarkthalle in Igensdorf betont den großen Vorteil, frische Ware aus der Region auf den Markt zu bringen zu können. Es sei fast ein Paradoxon, dass gerade in der eigenen Kirschenzeit türkische Kirschen in den Markt drängten - geerntet in einer fernen Gegend, die diese strengen Maßstäbe nicht kenne.

Ein Lastwagen aus der Türkei sei zudem rund acht Tage auf der Straße unterwegs nach Deutschland, so Trägner. Da habe die heimische Kirsche eine erhebliche bessere Ökobilanz aufzuweisen.