Die Dom-Stadt liegt weiter im Trend

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753 220 Übernachtungen zählte Bamberg im Jahr 2019. Foto: Ronald Rinklef
753 220 Übernachtungen zählte Bamberg im Jahr 2019. Foto: Ronald Rinklef

Mehr Besucher aus Deutschland, weniger aus dem Ausland: Auch 2019 profitiert Bamberg von der Lust auf Urlaub im eigenen Land. Im Landkreis sind nach mehreren Rekordjahren in Folge 2019 leichte Rückgänge bei den Gästeankünften und -übernachtungen zu verzeichnen.

Bamberg profitiert von der Lust auf Urlaub im eigenen Land. 84,8 Prozent der Übernachtungsgäste in Bamberg kommen aus Deutschland. Insgesamt zählt die Welterbestadt im Jahr 2019 nach den jetzt veröffentlichten Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik 753 220 Übernachtungen. Im Jahr zuvor waren es 708 202.

Während die Zahl der Übernachtungen aus dem Ausland um 4,5 Prozent zurückging, erwies sich der Inlandstourismus mit einem Plus von 8,6 Prozent erneut als Wachstumsmotor für den Bamberg-Tourismus, heißt es aus dem Rathaus. Zusammen mit dem Bamberger Land wurden in der Region insgesamt 1 139 935 Übernachtungen gezählt.

Bei den ausländischen Gästen haben nach vielen Jahrzehnten die US-Amerikaner ihren ersten Platz räumen müssen, zugunsten unserer Nachbarn aus Österreich. Mit insgesamt 11 257 Übernachtungen liegen diese vorne, die Gäste aus den USA liegen mit 10 846 Übernachtungen nur knapp dahinter, gefolgt von den Niederländern (9563), Schweizern (9461) und Italienern (8346).

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer pro Person verharrt weiter bei der für den Städtetourismus typischen Zahl von 1,8 Nächten pro Person. Herausragend hingegen ist die Bettenauslastung, wissen die Statistiker. Sie ist trotz des Anstiegs der Gesamtbettenzahl auf 3875 Betten weiter gestiegen und liegt mittlerweile bei 51,8 Prozent.

Damit bleibe der Tourismus in Zeiten ökonomischer Herausforderungen und verschärfter Standortkonkurrenz ein "verlässlicher Wirtschaftsfaktor für die Stadt Bamberg", so Bürgermeister und Tourismusreferent Christian Lange (CSU) in der Mitteilung. Bereits auf Basis der 2017er-Zahlen wurde für Bamberg ein Bruttoumsatz von 330 Millionen Euro und ein Anteil am Volkseinkommen von 7,8 Prozent errechnet.

Angesichts des neuerlichen Wachstums übersehe der Tourismus & Kongress Service jedoch nicht, dass es "äußerst wichtig ist, die Verträglichkeit in den durch den Tourismus am stärksten belasteten Stadtteilen zu beachten und durch geeignete Maßnahmen im Verhältnis der Wohnbevölkerung zu den Gästen der Stadt einen Ausgleich zu schaffen." Städtetourismus liege, so Lange, weiter voll im Trend und Bamberg werde durch "sein enormes Potenzial aus Kunst, Kultur und Kulinarik in gewachsener Authentizität weiter Touristen anziehen. Die Achtsamkeit der Besucher und die Offenheit der Besuchten stellen also weiterhin eine wichtige Grundlage eines gedeihlichen Miteinanders dar."

Rückgang im Landkreis

Nach mehreren Rekordjahren in Folge sind im Jahr 2019 leichte Rückgänge bei den Gästeankünften und -übernachtungen im Landkreis-Tourismus zu verzeichnen. Das belegen die aktuellen Zahlen vom Bayerischen Landesamt für Statistik. So gab es 2019 im gewerblichen Sektor (Betriebe mit zehn oder mehr Betten, inklusive Camping) mit 202 843 Gästeankünften einen Rückgang um 6,9, die Übernachtungen sind mit 386 715 um 5,5 Prozent gesunken. Nach drei Jahren mit Rekordzuwächsen mit insgesamt 12 Prozent fand 2019 aufgrund schwieriger Rahmenbedingungen im Gastgewerbe eine Konsolidierung der Tourismuszahlen statt. Immerhin war 2019 das viertbeste Tourismusjahr im Landkreis Bamberg. Im Schnitt blieben die Gäste unverändert für rund 1,9 Tage im Landkreis, die Bettenauslastung liegt bei 33,3 Prozent.

"Die touristische Nachfrage bewegt sich seit mehreren Jahren unverändert auf hohem Niveau. Leider hatten wir aber im Jahr 2019 einige Betriebsschließungen zu verzeichnen. Die Beherbergungsbranche steht insgesamt unter hohem Erfolgsdruck. So sind der Fachkräftemangel, steigende Personalkosten, die Problematik der Betriebsnachfolge und veränderte Gästeansprüche Faktoren, die gerade im ländlichen Raum das Gastgewerbe belasten", so Landrat Kalb (CSU).

Um dem entgegenzusteuern, erstellt der Landkreis Bamberg aktuell ein Hotelentwicklungskonzept in Kooperation mit dem Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr. Ziel ist es, unter Einbindung der Beherbergungsbetriebe Grundlagen für eine nachhaltige, markt-, gäste- und standortorientierte Hotelentwicklung für die Tourismusregion zu schaffen.

Im Schnitt blieben die Gäste wie im Vorjahr für rund 1,9 Tage im Landkreis. Die Bettenkapazität in den erfassten 77 gewerblichen Betrieben lag bei 3140 Betten (je Jahresdurchschnitt), die Bettenauslastung liegt für 2019 bei 33,3 Prozent.

Zu den Zahlen aus dem gewerblichen Bereich kommen die nicht in der offiziellen Statistik erfassten Übernachtungen in Privatquartieren mit weniger als zehn Betten: Aktuell sind rund 200 Anbieter von Ferienwohnungen und Privatzimmern mit geschätzten rund 180 000 Übernachtungen im Landkreis registriert, die einen zunehmend größeren Anteil im Übernachtungssektor bilden und besonders für Familien sowie für Reisende mit mittleren und niedrigeren Einkommen ein wichtiges Angebot darstellen. Jede fünfte Übernachtung in Deutschland findet mittlerweile in einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus statt.

Die Rolle des Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor im Landkreis Bamberg sei nach wie vor unumstritten. Nach einer neuen Studie wird durch Übernachtungsgäste und rund fünf Millionen Tagesbesucher ein Brutto-Umsatz von 164 Millionen Euro im Landkreis im Tourismus erwirtschaftet, die sich auf das Gastgewerbe mit 79,4 Millionen Euro, den Einzelhandel mit 52,3 Millionen Euro sowie weitere Dienstleister mit rund 32,4 Millionen Euro verteilen. Nach Abzug von Steuern und Vorleistungen verbleiben rund 76 Millionen Euro als Beitrag für das Primäreinkommen der Bevölkerung. red