Ein deutsch-polnischer Schüleraustausch findet seit Donnerstag dieser Woche zwischen dem Kulmbacher Caspar-Vischer-Gymnasium (CVG) und dem Adam-Mickiewicz-Liceum in Ratibor/Oberschlesien statt. Wenige Stunden nach ihrer Ankunft wurden die 20 polnischen Gymnasiasten von Oberbürgermeister Henry Schramm zu einem Empfang in den Sitzungssaal des Kulmbacher Rathauses eingeladen. OB Schramm wünschte akzentfrei "Dzien dobry" - guten Tag.

Die früher oberschlesische Stadt Ratibor hat rund 55 000 Einwohner, ihre Burg wurde im gleichen Jahrhundert wie die Plassenburg erbaut. Mit dem Imagefilm der Stadt wurden die polnischen Gäste auch über die Sehenswürdigkeiten und herausragenden Unternehmen von Kulmbach informiert.

Jedes Jahr ein tolles Programm

Seit 20 Jahren wird der Austausch zwischen den beiden Gymnasien durchgeführt, wobei Schramm besonders dem Ehepaar Stumpf dankte: Die beiden Studiendirektoren am CVG begleiten seit nunmehr 14 Jahren die Schüler nach Oberschlesien: "Jedes Jahr erarbeiten Sie wieder ein tolles Programm, das den Schülerinnen und Schülern aus Ratibor unsere Region näher bringt. Ihrem Engagement, Einsatz und Herzblut ist es zu verdanken, dass sich der Austausch so hervorragend entwickelte."

Nicht nur auf dem Papier

In den 20 Jahren des deutsch-polnischen Schüleraustausches haben sich nach den Worten des Oberbürgermeisters viele persönliche Beziehungen und Freundschaften entwickeln können: "Diese Partnerschaft besteht nicht nur auf dem Papier, sondern wird von beiden Seiten mit großem Enthusiasmus gelebt. Und sie ist wichtig, denn sie fördert das gegenseitige Verständnis und bereichert das kulturelle Leben. Hunderte junge Menschen aus Kulmbach und Ratibor haben in den vergangenen Jahrzehnten an diesem Schüleraustausch teilgenommen und Erfahrungen gesammelt", stellte Schramm fest.

Neben dem 125-jährigen Bestehen des Caspar-Vischer-Gymnasiums feiert also auch der deutsch-polnische Schüleraustausch mit 20 Jahren ein kleines Jubiläum. OB Schramm dazu: "Wenn man die jungen Leute auf diesen Austausch anspricht, so erhält man nur positive Rückmeldungen, zum Beispiel über die Gastfreundschaft, die Liebenswürdigkeit und die Aufgeschlossenheit füreinander."

An dieser Stelle dankte Oberbürgermeister Schramm besonders den Gastfamilien, die sich bereiterklären, die Austauschschüler aufzunehmen: "Ohne diese Bereitschaft wäre eine solche Schulpartnerschaft wohl nicht denkbar und auch nicht umsetzbar. Besonders in unserer heutigen Zeit, in der zahlreiche Konflikte weltweit und auch hier in Europa zunehmen, sind solche Freundschaften wichtig - auch um den europäischen Geist zu leben und nationalistischen Tendenzen entgegenzuwirken."

Schramm wünschte den polnischen Gästen viele angenehme und erlebnisreiche Stunden in der Stadt und lud danach zu einem Bratwurstessen ein. Mit einer Innenstadt-Rallye ging es dann zu Fuß zu "Radio Plassenburg". Das weitere Programm sieht Fahrten nach Bamberg und Nürnberg sowie ein Tischfußball-Turnier und einen Bowling-Wettbewerb vor, bevor die polnischen Schüler am Dienstag wieder die Heimreise antreten. Werner Reißaus