Eckehard kiesewetter Bramberg —  Seit Wochen läuft der Umbau der alten Schule in Bramberg. Das Gebäude, das über viele Jahre als Jugend-Rotkreuzhaus fungierte, zeitweise alleinreisenden jungen Asylbewerbern als Unterkunft diente und zuletzt ungenutzt leerstand, soll eine neue Bestimmung erhalten. Es wird der Dorfgemeinschaft einen Veranstaltungsraum bieten und unterm Dach mit einer Wohnung ausstaffiert.

Der Einbau dieser Wohnung, gedacht für anerkannte Asylbewerber beziehungsweise für eine sozial schwache Familie, beschert der Stadt Ebern hohe Fördermittel. Dies betrifft zunächst den Einbau von Küche und Bad im Obergeschoss. Davon profitiert aber auch die komplette Immobilie, denn sie wird gleichzeitig nahezu generalsaniert. Dach, Fenster und Eingangstüre werden ausgetauscht, die Fassade behält ihre Holzoptik, wird aber ausgebessert. Zudem entsteht, wenn auch mit geringeren Fördermitteln, ein Gemeinschaftsraum mit neuen Böden und Durchreiche. Die örtliche Feuerwehr erhält ein Büro und eine angemessene Umkleide. Bisher nämlich müssen sich die Einsatzkräfte in der benachbarten Fahrzeughalle umziehen.

In den vergangenen Wochen wurde fleißig gehämmert und gewerkelt, um Mauerdurchbrüche zu schaffen und beispielsweise die Vorkehrungen für den Einbau einer Gasheizung auf aktuellem energetischen Stand zu treffen.

Flexibilität bewiesen Stadtrat, Bürgergemeinschaft und Architekt gleichermaßen bei der Abstimmung eines Details, das erst kürzlich in die Planung eingebracht wurde: Bei der Sitzung des Bauausschusses Mitte September trug der bisherige Ortssprecher Wolfgang Heppt den Wunsch der Bramberger vor, man solle - beispielsweise für Feste - einen zweiten Eingang an der Frontseite des Gebäudes schaffen. "Reichlich spät" sei diese Idee gekommen, fanden Bürgermeister Jürgen Hennemann und andere Mitglieder des Gremiums, da die Planungsarbeiten für die Handwerker schon abgeschlossen waren.

Kosten

Doch das Anliegen fand auch Fürsprecher und so wurde die Machbarkeit zwischenzeitlich nochmals geprüft. Architekt Jürgen Bergmann aus Hofheim schätzt die Kosten für die Veränderung auf 8000 Euro, eine Summe, die jedoch nicht mehr im Förderantrag unterzubringen ist. Trotzdem wird die Idee jetzt umgesetzt. 60 Prozent der Summe wird die Stadt übernehmen, 40 Prozent trägt der Feuerwehrverein, der den Betrieb des Gemeinschaftshauses künftig federführend betreut.

Wenn alles nach Plan verläuft, sollten die letzten Elektro-, Sanitär- und Schreinerarbeiten im Februar abgeschlossen sein, so dass Gemeinschaftshaus und Wohnung ab Mitte März zur Verfügung stehen könnten.

Über die genaue Kostensituation lässt sich laut Auskunft von Bürgermeister Hennemann aktuell noch nichts sagen. Die Gesamtkosten werden bei einer Fördersumme von 360 000 Euro rund 400 000 Euro betragen.