Das "Autilus" nimmt Gestalt an. Inzwischen sind Schwimm- und Ausgleichsbecken gefüllt und selbst die Edelstahl-Rutsche ist bereits eingebaut. Darüber informierte Vorsitzender Andreas Gsänger bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins Freibad Freizeitanlage Autenhausen im Sportheim des VfB Autenhausen.

Nach langem Gezerre um die Finanzierung des Projekts konnten im April endlich die Arbeiten durch den Stadtrat vergeben werden, blickte Gsänger zurück. Noch im selben Monat wurden von Mitgliedern des Vereins die alten Folien und das Pflaster entfernt. Gleich nach dem Fest am 1. Mai (laut Gsänger "die bisher erfolgreichste Veranstaltung") rollten dann die Bagger an. Mitte Mai wurde der Leader-Förderbescheid übergeben. Dass dabei Landrat Sebastian Straubel das entstehende Naturbad als "Anziehungspunkt für die gesamte Region" bezeichnete, hob der Vorsitzende besonders hervor. Zum Umfang der geförderten Maßnahme gehören die Sanitärcontainer, die Freizeitanlage inklusive Brücke, eine Geländemodellierung, der Kiosk, ein Erste-Hilfe-Raum, behindertengerechte Umkleiden sowie die Anbindung an den Werra-Obermain-Radweg. Eine Woche später besuchte Friedrich Bihler, Leiter der Abteilung Fachliche Dienste beim Amt für Ländliche Entwicklung (ALE), die Baustelle. Gsänger lobte die "tolle Unterstützung" durch das Amt. Das ALE steuert mit 325 000 Euro den Löwenanteil der Kosten für den Umbau des Freibads bei.

Noch vor dem Johannisfeuer am 23. Juni wurde vom Förderverein das Becken gesäubert, die alten Filter und Pumpen entfernt, der Lagerraum abgebaut und das Fundament für die Sanitärcontainer betoniert. Hier hob Gsänger vor allem das "Tiefbauteam mit Lothar Blümig und Andreas Erhardt" hervor. Anfang Juli konnte das neue Becken zum ersten Mal geflutet werden. Der Kinderbachlauf erhielt sein Pflaster und wurde beim Jugendzeltlager "Grenzenlos" Ende August dem Vorstand zufolge bereits gut angenommen. Am 5. August beendete die Firma Stark die Arbeiten, für Anfang 2020 bleiben nur Restarbeiten zu erledigen. Ausdrücklich lobte Gsänger die Zusammenarbeit. Manch' "Kompensationsgeschäft" habe dem Förderverein bei seinen vielen Arbeitseinsätzen geholfen, etwa indem Maschinen der Baufirma genutzt werden konnten. Dann werden auch die Pumpen eingebaut und die Technik installiert. Derzeit werden noch L-Steine für einen behindertengerechten Eingang verlegt und der Kioskvorplatz gepflastert. Kurz vor der Versammlung traf noch die Breitwellenrutsche ein. Auch ein "Sprungstein" ist nun am Becken vorhanden. Noch in diesem Jahr stehen erste Pflanzarbeiten an. Leitern, Treppen und Geländer werden noch eingebaut. Über die Frage Zaun oder Hecke muss noch entschieden werden.

Weit fortgeschritten ist auch der Kiosk: Fenster und Türen sind fast alle eingebaut. Gsänger dankte Frank Wendler dafür, ferner Mehmet Ciray (Putz), Manfred Hofmann (Granitplatte), Simon Gilbricht (Rigips), Uwe Pflaum (Wasser- und Abwasserarbeiten), Dominic Fick und Sebastian Gagel (Elektro), Sven Jahrsdörfer und Jürgen Tranziska (Fassadenverkleidung), "Oberspengler" Ludwig Rößner und der Firma Habelitz (Schalung), die teils kostenlos, teils kostengünstig Arbeiten durchführten. Nun soll der Innenausbau angegangen werden. Für 2020 stehen dann der Ausbau der Sanitärcontainer, die Bachquerung, behindertengerechte Umkleiden und die Geländemodellierung der Freizeitanlage an. Eine angedachte Solaranlage würde 4000 Euro kosten und wäre laut Gsänger für das Naturbad "das Tüpfelchen auf dem I". Dass die Container "kein Aushängeschild" seien, monierte Erhardt. Er plädierte für einen Neubau aus Holz. In den Kosten sei eine Holzverkleidung enthalten, entgegnete ihm Josef Starkl. Von der Trägerstruktur sei später nichts mehr zu sehen, merkte Gsänger an. Im übrigen handele es sich "nicht um einen Sterne-Campingplatz, sondern um einen Jugendzeltplatz".

Ein Testlauf des Bades ist ab Mitte April 2020 geplant. "Deshalb muss am 1. April das technische Personal bereit sein", betonte Gsänger. Unabdinglich muss für das Naturbad ein Schwimmmeister gefunden werden, der sich allein für den Badebetrieb verantwortlich zeichnet. "Dass eine Fachkraft sich um Bad, Kiosk und Technik kümmert, ist arbeitsrechtlich nicht mehr möglich", so Gsänger. Der Vorsitzende kündigte an, dass die Möglichkeit geschaffen werden soll, an einem Rettungsschwimmer-Lehrgang teilzunehmen, und warb um Interessenten. Mindestanforderung für die Badeaufsicht sei der silberne Rettungsschein. "Baden auf eigene Gefahr" ist Gsänger zufolge nicht möglich. Auch müsse Eintritt verlangt werden. Denn es handele sich streng genommen nicht um ein "Naturbad", sondern um ein "Schwimmbad mit natürlicher Klärung".

Den Kiosk möchte die Stadt gern verpachten. Dessen Öffnungszeiten könnten über die Badezeiten hinaus gehen. Personal werde auch gebraucht für die Reinigung der Sanitäranlagen, des Beckens und der Außenanlagen, die Wartung der Technik, Rasenmähen und die Pflege der Aquakulturen. Gsänger bat um Vorschläge und weitere Ideen: "Alles ist denkbar, damit wir am 1. Mai nicht ohne Personal da stehen." Die Koordination der Zeltplatzbelegung übernimmt Tourismuschefin Carolin Franz.

68 verschiedene Helfer zählte der Vorstand bei 30 Arbeitseinsätzen des Vereins. Allen galt Gsängers herzlicher Dank. Als Vertreter der Stadt lobte Stadtrat Marcus Werner (CSU) die beeindruckende Arbeit des Fördervereins, der 184 Mitglieder hat: "Was hier im Krecktal geleistet wird, ist überragend!" Bettina Knauth