Bürgermeister Hans Beck (Wählerblock Sambach), der in diesen Tagen aus dem Amt scheidet, übergibt seinem Nachfolger Gerd Dallner (FWG Steppach) in Bezug auf das Limbacher Gewerbegebiet ein bestelltes Feld: Die Änderung des Bebauungsplans "Gewerbegebiet Limbach" wurde in der letzten Sitzung dieser Amtsperiode noch in trockene Tücher gebracht. Damit ist der Weg frei für ein Verteilcenter des Online-Versandriesen Amazon im Gewerbegebiet Limbach.

Zuvor galt es, in einer Marathonsitzung 47 Stellungnahmen von privater Seite und 23 Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange abzuwägen. "Es war die längste Sitzung, die ich jemals erlebt habe", sagte Pommersfeldens Geschäftsleiter Fedor Glinka. Sein Aufatmen darüber, dass die Angelegenheit jetzt endlich vom Tisch ist, war offensichtlich. "Eine Höchstleistung des - bis auf ein entschuldigtes Ratsmitglied - vollständigen Gremiums und sehr anstrengend", so der Geschäftsleiter weiter. Nach monatelanger Diskussion sowie einem Bürger- und einem Ratsbegehren zur Änderung des Bebauungsplans "Gewerbegebiet Limbach" wurde in der Sitzung einstimmig der Satzungsbeschluss gefasst. Letztendlich sei dieser letzte Akt nur die Umsetzung des mehrheitlichen Bürgerwillens gewesen, stellt Glinka fest.

7,5 Stunden in der Sporthalle

Obwohl die Stellungnahmen zügig abgearbeitet wurden, dauerte die Sitzung, die am Nachmittag um 14.30 Uhr begonnen hatte, bis gegen 22 Uhr. Da es sich um eine öffentliche Gemeinderatssitzung handelte, war die Sporthalle der Schule als Tagungsort entsprechend vorbereitet worden. "Alles topp organisiert", so Fedor Glinka. Besucher hatten Mund-Nase-Masken zu tragen und sie mussten sich am Eingang eintragen, um nötigenfalls eventuelle Infektionswege nachverfolgen zu können. Die Sporthalle an der Pommersfeldener Schule bot auch ausreichend Platz, um den vorgeschriebenen Abstand zu gewährleisten.

Etwa 15 Gemeindebürger, die meisten aus dem zum Gewerbegebiet nächstliegenden Ortsteil Limbach, hatten sich zur Sitzung eingefunden. Zu Wort kommen durften die Zuhörer natürlich nicht. Im Großen und Ganzen waren nach Glinkas Worten aus dem privaten Bereich immer wieder die gleichen Stellungnahmen eingegangen: Einflüsse auf die Umwelt durch die Ansiedlung, Landschafts- und Naturschutz, sowie Lärm- und Verkehrsbelastungen wurden angeführt.

Bei der Beschlussfassung wurden die Stellungnahmen und Bedenken daher zu "Themenblöcken" zusammengefasst. "Hätte man das anders gehandhabt, hätte sich die Sitzung über mehrere Tage hin gestreckt." Mit der Veröffentlichung erhält die Bebauungsplanänderung nun Rechtskraft.