Der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung (VlF) Kronach zeichnete in seiner Jahreshauptversammlung am Donnerstag im Gasthaus "Diller" in Glosberg erfolgreiche Nachwuchskräfte aus. Neben den Berichten der Geschäftsführung stand auch ein Referat über Böden im Landkreis Kronach von Diplom-Geologen Werner Badum im Blickpunkt.
Der stellvertretende Vorsitzende Gerd Zehnter freute sich auch, Kronachs Dritten Bürgermeister Markus Wich und den BBV-Kreisobmann Erwin Schwarz und seinen Stellvertreter Klaus Siegelin begrüßen zu können.
Geschäftsführer und zugleich Leitender Landwirtschaftsdirektor am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kulmbach, Guido Winter, informierte, dass von den 413 Mitgliedern (davon 100 weiblich) jeder Zweite über 65 Jahre alt sei. Dagegen sind nur zwölf Prozent aller Mitglieder unter 45 Jahre. Dennoch baut man beim VlF nicht nur auf Erfahrung und langjährig treue Mitglieder, sondern freut sich auch über engagierte Nachwuchskräfte.
"Aktuell sind im Landkreis Kronach sieben Landwirte in Ausbildung. An der Fachschule in Coburg sind drei Kronacher Nachwuchslandwirte. Noch sind diese Zahlen stabil, aber langfristig sieht Winter zu wenig Hofnachfolger für die bestehenden Betriebe. Hoffnung machten aber 40 junge Leute, die sich im Bildungsprogramm Landwirt (Bila) fortbildeten. Ein Teil davon strebe zusätzlich zur bereits vorhandenen außerlandwirtschaftlichen Berufsausbildung im Sommer nächsten Jahres die Abschlussprüfung als Landwirt an und das sei sehr erfreulich, stellte der Geschäftsführer fest und fügte hinzu, dass die Ergebnisse aus den letzten Jahren zeigten, dass diese Prüflinge zu den jeweils besten des Prüfungsjahrgangs zählten.


21 Studierende

Die Landwirtschaftsschule Abteilung Hauswirtschaft kann aktuell 21 Studierende vermelden. Die Landwirtschaftsschule Kulmbach zählt bayernweit zu den bestbesuchten Teilzeitschulen und ist in Oberfranken führend. "Das sind Zahlen, auf die ein Geschäftsführer mit Stolz verweist", sagt Winter mit einem Lächeln. Nicht so lustig fand der VlF die "Hetzkampagne von Bundesministerin Hendriks" mit den Bauernregeln gegen die Landwirte, mit der 1,6 Millionen Euro Steuermittel in den Sand gesetzt worden seien. Dem könne man nur entgegensetzen: "Sei schlauer, werde Bauer", meinte Guido Winter schmunzelnd.
Er sieht drei Säulen beim VlF: "Das sind die Aktivitäten in Fachbildung und Geselligkeit sowie die Mitglieder. In Geselligkeit ragt der Dreikönigsball heraus. Dieser war wieder gut besucht und gut organisiert," wofür der Geschäftsführer allen Helfern dankte. Ein Sommerausflug und das Ehemaligentreffen gehören weiter zu den jährlichen Fixposten. In puncto Fachbildung wurden etliche Fachvorträge organisiert. Das Binden von Adventskränzen durch die Frauengruppe sei eine weiter erwähnenswerte Aktivität. Dafür dankte er Sabrina Schwemmlein als Leiterin der Frauengruppe.
Eine Daueraufgabe für den VlF sieht Winter die Werbung von jungen Mitgliedern. Wobei er auch gleich zu den Auszeichnungen überleitete, denn sie seien der Stolz des VlF. Er gratulierte und überreichte je ein Präsent für die bestandene Abschlussprüfung zum Landwirt nach dem Dualen System: Bernadette Marshall (Burggrub), Michael Müller (Knellendorf), Stephan Nickol (Wickendorf) und Konstantin Tröbs (Ludwigsstadt). Abschlussprüfung zum Landwirt über Bila: Sylvia Löffler (Brauersdorf), Florian Rebhan (Brauersdorf).
Fachschule staatlich geprüfter Wirtschafter für Landbau: Anna Schülein (Teuschnitz), Johannes Nickel (Welitsch). Mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung wurde Bastian Stephan aus Küps ausgezeichnet. Schatzmeisterin Ute Schwarz konnte einen positiven Kassenstand vortragen.
Jochen Hofmann bestätigte eine einwandfreie Kassenführung. Die vielfältige Geologie des Landkreises Kronach spiegelt sich auch in den Bodenarten wieder. In einer Power Point Präsentation zum Thema "Böden im Landkreis Kronach" ging Werner Badum, Geologe vom Landratsamt Kronach, auf die Vielfalt der Böden des Landkreises Kronach ein. Seine Darlegungen gingen bis zu letzten Eiszeit, etwa über 100 000 Jahre, zurück. eh