Werner Reissaus

Unter dem Motto "Wir" will der TSV Himmelkron heuer sein 100-jähriges Bestehen feiern. Natürlich hatten sich die Verantwortlichen den Beginn des Jubiläumsjahres ganz anders vorgestellt, aber Corona hat den Planungen erst einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt hofft man darauf, dass zumindest ab Mai wieder Normalität einkehrt.

Der Festgottesdienst am morgigen Sonntag soll aber unter den gebotenen Abstandsregeln in der Stiftskirche stattfinden, ebenso im Anschluss um 10.45 Uhr die Vorstellung der Festschrift in der Turnhalle.

Lange "Übergangszeit"

Bürgermeister Gerhard Schneider ist seit 2005 Vorsitzender des TSV. "Ich bin ja nicht gerade die große Sportskanone, die aus dem Verein gewachsen ist. Aber ich wollte ein stückweit Verantwortung übernehmen, denn der TSV ist der größte Verein in unserer Gemeinde und ich kann mich mit ihm identifizieren", erinnert er sich an die Anfänge seiner Amtszeit.

Damals habe es geheißen, dass er den Vorsitz nur für eine Übergangszeit übernehmen müsse, "aber daraus sind jetzt 15 Jahre geworden". Die Arbeit als Vorsitzender habe ihn mit großer Freude erfüllt, zumal man doch einiges bewegen konnte. "Wir haben ein sehr rühriges Vorstandsteam, allen voran Carmen Back und die Leiter er einzelnen Abteilungen." Zudem stehe Ehrenvorsitzenden Hans-Günther Naefken dem TSV als "graue Eminenz" immer wieder helfend zur Seite steht.

Über eine Sache war Schneider in all den Jahre enttäuscht: "Dass es mit der Fusion mit dem SV Lanzendorf nicht geklappt hat."

Fast 800 Mitglieder

Der TSV Himmelkron bietet Schneider zufolge für seine fast 800 Mitglieder ein vielfältiges Angebot in den Abteilungen Damen- und Mädchen-Fußball, Turnen, Tennis, Nordic Walking, Karate, Behindertensport und Seniorentanz. Das Jubiläumsjahr bezeichnet der Vorsitzende als riesengroße Herausforderung. Eigentlich war in jedem Monat eine andere Veranstaltung vorgesehen - doch dann kam das Virus.

"Wir haben lange beraten, ob wir unser 100-Jähriges regulär feiern können. Es war einfach der Wunsch vieler Mitglieder, dass wir am Jahr 2021 festhalten." Dabei sei allen bewusst gewesen, dass die eine oder andere Veranstaltung verschoben werden oder vielleicht ganz ausfallen müsse. "Wir hoffen auf den Impfstoff, damit wir zumindest ab Mai ein normales Jubiläumsjahr durchführen können."

Die eigentliche Jubiläumsveranstaltung sei ohnehin erst für den 23. Oktober vorgesehen. Motto: "Wir sind uralt!" Als Location sei die Turnhalle vorgesehen, die viele freiwillige Helfer in den Glanzzeiten den Vereins aufgebaut hätten.

Carmen Back ist seit 2007 Zweite Vorsitzende und übernimmt, da Gerhard Schneider als Bürgermeister oft gebunden ist, die Hauptlast der Vereinsarbeit. "Das war mir vorher auch bewusst, aber in der Realität ist es schon hart, wenn man manchmal das Gefühl hat, alles allein machen zu müssen." Trotzdem stimme sie sich in den wichtigen Fragen immer ab. "Wir treffen die Entscheidungen gemeinsam."

Geändert, verschoben, abgesagt

Backs Hauptarbeit liegt darin, den Kontakt zu allen Abteilungen zu halten Außerdem gebe sie Handwerksleistungen in Auftrag und überwache die Umsetzung." Seit gut zwei Jahren arbeite man an einem attraktiven Jubiläumsprogramm. Coronabedingt habe man die ersten drei Monate "bereits ändern, kürzen, verschieben oder ganz absagen" müssen.

Ihr Wunsch für das Jubiläumsjahr: "Dass die weiteren Veranstaltungen wie geplant stattfinden können, dass wir möglichst viele Menschen ansprechen und ihnen damit eine Freude bereiten."