Der Streit um einen potenziellen Austritt der Stadt Teuschnitz aus dem Zweckverband Frankenwaldgruppe (FWG) geht in die nächste Runde. So liegen gleich drei Stellungnahmen zum Bericht "Beim Thema Wasser kochen die Emotionen hoch" vor, der am Mittwoch im FT erschienen ist.

FWG-Vorsitzender Jürgen Baumgärtner nimmt in seiner Stellungnahme insbesondere Bezug auf die Aussage der Teuschnitzer Bürgermeisterin Gabi Weber (CSU), wonach der Stadtrat größte Bedenken zur Finanzpolitik der Frankenwaldgruppe habe. Baumgärtner verdeutlicht in diesem Zusammenhang, dass die Finanzierung der Frankenwaldgruppe jährlich mit dem Haushalt der Aufsichtsbehörde zur Genehmigung vorgelegt werde. Darin sei auch ein Ausblick der nächsten Jahre hinsichtlich der finanziellen Leistungsfähigkeit enthalten.

"Alle Haushaltsvorlagen wurden bisher ohne Auflagen genehmigt", betont Baumgärtner. Entsprechende Zuwendungsbescheide lägen vor und könnten auch eingesehen werden. Zudem sei die Finanzierung gegenüber allen Beteiligten von Anfang an transparent, offen und anschaulich kommuniziert worden. In diesem Zusammenhang übt er Kritik an der Stadt Teuschnitz, die seit geraumer Zeit an keinen Verbandsversammlungen mehr teilnimmt.

Baumgärtner verdeutlicht, dass der im Jahr 2015 übernommene Sanierungsstau in Höhe von mindestens 65 Millionen Euro nur über den Zeitraum von einer Generation zu korrigieren sei, wolle man die betroffenen Bürger nicht übermäßig belasten.

Baumgärtner betonte auch, dass eine Veranstaltung zu diesem Thema am Freitag, 28. Februar, keine Wahlveranstaltung gewesen sei. Außerdem sei dabei niemand, wie von Zweitem Bürgermeister Stephanus Neubauer in dem Artikel am Mittwoch beschrieben, zum Deppen gemacht worden. Außerdem seien die von Michael Hebentanz vorgetragenen Zahlen fachlich richtig gewesen.

Bürger tragen die Mehrkosten

Baumgärtner verdeutlichte zudem, dass die Frankenwaldgruppe einem Herauskauf der Ortsnetze von Rappoltengrün und Haßlach durch die Stadt Teuschnitz positiv gegenüberstehe. Die verbliebenen Mitglieder dürften dadurch aber keine Nachteile erfahren. Die Meldung der Fachbüros an die Frankenwaldgruppe, welche den Herauskauf berechnen sollen, steht laut Baumgärtner noch aus. Allerdings müsse klar sein: "Die Kosten für einen Herauskauf werden gemäß unserer Einschätzung auch die Bürgerinnen und Bürger von Teuschnitz und Wickendorf mittragen müssen."

Auch Landrat Klaus Löffler (CSU) meldete sich am Mittwoch zu Wort, nachdem Bürgermeisterin Weber erklärt hatte, dass er Gesprächstermine abgesagt hatte. Wie der Stellungnahme aus dem Landratsamt zu entnehmen ist, konnte der Landrat den vereinbarten Termin in der vorletzten Woche aufgrund eines Krankheitsfalles in der Familie kurzfristig nicht wahrnehmen. Stattdessen nahm Löfflers Büroleiter Markus Wich am Gespräch teil. In der Stellungnahme wird zudem betont, dass der Landrat bereits seit zwei Jahren mit den Verantwortlichen der Frankenwaldgruppe zu einer Stadtratssitzung eingeladen werden sollte. "Doch dies ist bis heute leider nicht geschehen." Unabhängig davon habe der Landrat immer wieder versucht zu vermitteln, um für alle Seiten eine tragbare Lösung herzustellen, wie zum Beispiel beim Abschluss des Wasserlieferungsvertrages mit der Fernwasserversorgung Oberfranken.

Michael Hebentanz (FW) wundert sich in einer Stellungnahme über das Vorgehen von Gabi Weber und Stephanus Neubauer: "Sofern man diesen beiden ein sachorientiertes Ziel zugute halten möchte, käme dafür nur in Betracht, für die Bürger in den Ortsteilen Haßlach/Rappoltengrün einen günstigeren Wasserpreis erreichen zu wollen. Dafür hätten sie jedoch seit vielen Jahren problemlos mit der CSU-Mehrheit im Teuschnitzer Stadtrat einen entsprechenden Beschluss herbeiführen können, mit der FWG Verhandlungen über die Ablöse führen und die Bürger in Haßlach/Rappoltengrün und Teuschnitz/Wickendorf über die entsprechenden (Mehr-)Kosten informieren können, ebenso wie über die geplante Verteilung anstehender Sanierungskosten für Haßlach." Um den Bürgern in Haßlach gewährleisten zu können, dass sie nicht doppelt die "Gelackmeierten" seien und nach einem Wechsel von der FWG zur Stadt Teuschnitz sogar noch einen höheren Wasserpreis in einigen Jahren zu befürchten hätten, hätte man nach seiner Ansicht ein Ingenieur-Büro mit der Ermittlung aller Wasserleitungssanierungskosten in Teuschnitz/Wickendorf für 2020 und die Folgejahre beauftragen müssen. red