"Alle, die hier spazieren gehen, müssen sich doch für die Natur interessieren und mehr darüber erfahren wollen", findet Joschka Ringelmann. Er und sein Bruder Benno sind zwei der drei Mitglieder der Naturfreunde-Jugend Bamberg. Zusammen mit Lina Runschke haben sie den Klimalehrpfad im Hain entworfen. Bei Demos von Fridays for Future gehen die Jugendlichen regelmäßig fürs Klima auf die Straße. "Wir wollten aber mehr machen, als nur demonstrieren gehen", erklären die Schüler. Sie alle engagieren sich in der Klimapolitik, weil sie sich mit der Natur verbunden fühlen.

An der Wiese am Hollergraben, wo der Lehrpfad aufgebaut ist, joggen, spazieren oder rollen Menschen aller Altersgruppen entlang. Mit ihrem Projekt wollen die Naturfreunde die breite Öffentlichkeit erreichen.

Der Pfad wurde am Montag vom Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) eröffnet. Mit anwesend waren auch zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp (Grüne) und ein paar "Oldies" aus dem Vorstand der Bamberger Naturfreunde. "Wir haben beim Aufbau mitgeholfen und übernehmen, im Wechsel mit den Jugendlichen, jede zweite Woche die Wartung des Lehrpfads", erzählt Andrea Dittrich. Der Klimalehrpfad soll die nächsten drei Monate im Hain zugänglich sein.

Was sind die Folgen?

Der Lehrpfad besteht aus sieben Schautafeln, an denen erklärt wird, wie Klimawandel entsteht und welche Folgen er hat. Die Jugendlichen spannen einen breiten Bogen von globalen Problemen, wie dem Treibhauseffekt oder dem Artensterben, gehen dann aber auch konkret darauf ein, welche Folgen der Klimawandel in Bayern und Bamberg hat.

Zum Schluss erklären die Schüler, welche Auswirkungen es hätte, wenn die Erderwärmung die Obergrenze von plus 1,5 Grad überschreiten würde. Dürre, Ernteausfälle und Überschwemmungen wären während ihrer Lebzeiten die Norm.

Die Informationen haben die Drei bei ihren gemeinsamen Sitzungen zusammengesucht. "Wir haben seit Januar versucht, uns alle zwei Wochen zu treffen, um das Projekt zu organisieren", erzählen die Jugendlichen. Während des Corona-Lockdowns mussten sie natürlich für ein paar Monate aussetzen. Unterstützt wurden sie von ihrem Gruppenleiter Sebastian Gross. "Ich habe, was die Jugendlichen geschrieben haben, eigentlich nur etwas umformatiert", sagt der Lehramtsstudent.

An der letzten Station kommen die Schüler noch einmal zu Wort. "Was möchtest du tun?" ist ihr Appell an die Besucher des Lehrpfades. Sie erhoffen sich, dass die harten Fakten und ihr Aufruf die einzelnen Bürger dazu anregen wird, sich im Alltag klimafreundlicher zu verhalten.

Ideen für die Politik

Mit der Bamberger Klimapolitik sind die Schüler nicht zufrieden. Die Naturfreunde-Jugend hätte Ideen, wie Bamberg klimafreundlicher gemacht werden könnte. "Es sollte mehr und bessere Fahrradwege geben", findet Lina. Benno ist außerdem der Meinung, dass die Preise für den ÖPNV gesenkt werden sollten. Es solle den Konsumenten einfacher gemacht werden, sich klimafreundlich zu verhalten. Zum Thema Mobilität wollen sie demnächst eine Diskussion veranstalten, bei der vor allem Jugendliche ihre Meinung einbringen können.