Herzogenaurach, Gremsdorf, Kemmern dazwischen der Sprecherjob in der Fränkischen Schweiz. Dann der ERH-Vitallauf und der Abschluss des BLV-Cups in Ruhstorf....
Herzogenaurach, Gremsdorf, Kemmern dazwischen der Sprecherjob in der Fränkischen Schweiz. Dann der ERH-Vitallauf und der Abschluss des BLV-Cups in Ruhstorf. Bilder verschicken, einordnen, auf Facebook posten und Berichte schreiben. So ein Läuferleben kann richtig anstrengend sein. Vom Lauftraining zwischen den Wettkämpfen will ich gar nicht erst reden. Und die "Rumpfstabi" lassen wir heute einmal außen vor. Für zehn vor sechs am Abend ist der Start des nächsten Rennen angesagt, um 13 Uhr stehe ich vor meinem Hotel in Hamburg.
I wart' auf a Taxi, aber es kummt ned", geht es mir durch den Kopf. Eine halbe Stunde später zuckeln wir durch die Wochenend-Rush-Hour von Hamburg. Boarding 14.15 Uhr, die Zahlen verschwimmen mir vor den Augen. Endlich angekommen, sprinte ich zum Ticketschalter. Nur zwei Schalter besetzt, die Schlange kilometerweit, weil die Automaten ausgefallen sind. Mein Telefon vibriert.
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Die Läuferfrau erkundigt sich per WhatsApp. "Es sieht schlecht aus! Ich komme nicht von der Stelle." Glücklicherweise habe ich mein Laufoutfit dabei. Der Querläufer hat vor der Reise mitgedacht. Seine Laufklamotten warten im Koffer. Da ist schon einmal Zeit gespart.
Mit dem Ticket in der Hand sause ich zur Sicherheitskontrolle. 14.05 Uhr, unerbittlich rücken die Uhrzeiger vor. Stau am Nacktscanner. Vor mir werden Rucksäcke durchsucht, Handgepäck muss geöffnet werden. Schweißperlen auf meiner Stirn, die Hände sind feucht. Der Weg von der Sicherheitskontrolle zum Gate A26 wird für mich zum Steigerungslauf. Auf der Rolltreppe stürze ich fast. Das Boarding ist am Ende. Gerade noch husche ich durch, hinter mir schließt die Tür. Der Bus bringt uns zum Flieger. Mein Blick aufs Handy zeigt mir sechs Kurznachrichten der Läuferfrau.
1 5 Uhr.
Seit zehn Minuten warten wir auf Umsteiger aus Kopenhagen. Dann geht es endlich los. Wir heben ab. Die Verspätung ist nicht mehr einzuholen. Unser Flieger setzt zur Landung an. In Nürnberg kommt mein Gepäck natürlich als letztes aufs Band. Ab ins Parkhaus, raus auf die B4. Alle Ampeln sind gegen mich. Inzwischen vibriert und zwitschert mein Handy wie wild. Die Läuferfrau will informiert sein. Aber während der Fahrt geht das nicht.
Halb fünf. Langsam wird es eng. Der Stau auf der A3 kommt da natürlich genau richtig. Meter für Meter nähere ich mich der Ausfahrt. Die Läuferfrau kommt übrigens nicht. "Sie fühlt sich nicht wohl", sagt sie am Telefon. Der Querläufer ist auf sich allein gestellt. Die Startunterlagen sind auch noch abzuholen. Auweia. Heßdorf, Großenseebach, Weisendorf. Land in Sicht.
Noch 15 Minuten bis zum Start. Die Uhrzeiger rasen immer schneller.
Ich sehne mich nach Entschleunigung. Die Läuferfrau liegt daheim auf der Couch. "Es trommeln die Motoren, es dröhnt in meinen Ohren, ich finde keinen Parkplatz", das sang schon Herbert Grönemeyer. Dann geht alles ganz schnell. Raus-aus-den-Klamotten und rein-in-die-Klamotten, Angstpippi erledigen, Startnummer holen - warmlaufen fällt heute aus. Ab zum Start. Willi Wahl ruft zum Fertigmachen auf. Gerade als ich mich eingereiht habe, erfolgt der Startschuss. Geschafft.
Was ich noch nicht weiß: Von der Läuferfrau kommt eine Kurznachricht: "Wenn es zeitlich passt, fahr bitte bei Aldi vorbei: Apfelsaft, Taschentücher, ..."
Run happy and smile!
Euer Querläufer