Noch immer ist es ein seltenes Glück in Bayern, einen Fischotter zusehen. Wie schon vor 120 000 Jahren bereichert er allmählich wieder unsere Flüsse und Auen. Aus diesem Grund zeigt das Naturkunde-Museum Coburg in Kooperation mit der Kreisgruppe Coburg des Bundes Naturschutz die Ausstellung "Fischotter - Der König des Wassers kehrt zurück". Bis zum 29. November dieses Jahres ist die Ausstellung zu sehen.

Ursprünglich sei der flinke Fischjäger in ganz Europa verbreitet gewesen, betonte Museumsleiter Carsten Ritzau bei der Eröffnung der Ausstellung. Jedoch wurden die Tiere, auch wegen ihres Pelzes, gejagt. Seit den 1980er Jahren galt der Fischotter in Süddeutschland als ausgestorben.

Einige Sichtungen

Inzwischen sind wieder relativ starke Populationen im Bereich des Bayerischen Waldes zu verzeichnen. Auch im Coburger Umland werden hin und wieder Spuren der Otter-Existenz wahrgenommen. Sichtungen durch Fotofallen im Umfeld von Bad Rodach aus dem Jahr 2011 und aktuellere Kotspuren konnten ihm zugeordnet werden. Stefan Beyer vom Bund Naturschutz und Umweltschutz in Bayern (BUND) teilte mit, dass die Wiederkehr des circa 1,50 Meter langen Raubtieres nicht überall auf Gegenliebe stoße. Es gebe Angelvereine und Teichwirte und diverse Interessengruppen, die dem erneuten Auftauchen des schlanken Jägers mit einiger Sorge begegneten. Obwohl er auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten stehe, sei es den Teichwirten und ihrer Lobby in der Oberpfalz gelungen, den Fischotter auch zum Abschuss freizugeben. Die Ausstellung im Coburger Naturkundemuseum will zeigen, dass ein Miteinander von Mensch und Fischotter möglich ist. So gebe es zum Beispiel an der Landesanstalt für Landwirtschaft einen Otter-Manager, der mit drei Otterberatern vor Ort zusammenarbeite. Diese kämen in die Betriebe und berieten die Teichwirte bei Bedarf, wie ihre Gewässer "otterfreundlich" gestaltet werden könnten. Ebenso stellten sie die durch die Fischotter entstandenen Schäden fest. Schutzzäune und Entschädigungszahlungen sowie horizontale Wanderwege für den Fischotter an Gewässer querenden Brücken und dergleichen mehr ermöglichten eine wenn auch nicht immer konfliktfreie Koexistenz zwischen Teichwirt und Fischotter.

Wie Beyer und Ritzau betonten, sei der Fischotter äußerst aktiv. Er lege bisweilen Strecken von 30 bis 40 Kilometern zurück. Wie Ritzau mitteilte, seien Schulklassen im Naturkunde-Museum Coburg willkommen. Aufgrund der Corona-Einschränkungen seien Führungen und Erklärungen leider nicht möglich.

Beyer berichtete, das Projekt "Otterfranken" von der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken - Naturschutzzentrum Wasserschloss Mitwitz gebe wertvolle Tipps und Informationen rund um den Fischotter weiter. Zudem sei der Fischotter eine ökologische Zustandsanzeige. Denn wo es ihm gutgehe, sei die Umwelt meistens noch relativ intakt. em