Als einer der ersten Kunden kann Sebastian Lang im neuen Buttenheimer Gesundheitszentrum mit seiner Physiopraxis im kommunalen Glasfasernetz mit 500 Mbit/s surfen, telefonieren und sogar fernsehen. Damit ist ein halbes Jahr nach Baubeginn des flächendeckenden Glasfasernetzes das wichtigste Ziel des Infrastrukturprojekts für die Bewohner und für die Unternehmen in den drei Gemeinden Altendorf, Buttenheim und Pettstadt erreicht.
Die drei Kommunen investieren rund 8,2 Millionen Euro netto in den Glasfaserausbau, bei dem die Kabel bis in jedes Haus verlegt werden. Bis zum kommenden Winter sollen dann 2100 Häuser in den beteiligten Gemeinden angeschlossen sein. So werden aktuell Übertragungsraten von 500 Mbit pro Sekunde möglich sein - das Zehnfache dessen, was Bund und Land mit ihrer "Digitalen Agenda" für den bundesweiten Breitbandausbau erreichen wollen.
Bei der symbolischen Inbetriebnahme im Buttenheimer Gesundheitszentrum konnten die Gäste anhand eines Lifetests über den offiziellen Test der Bundesnetzagentur mitbekommen, dass vor Ort 529,76 Mbit/s im Download und 53,59 Mbit/s im Upload bei einer Laufzeit von 6 ms zur Verfügung stehen.
Buttenheims Erster Bürgermeister Michael Karmann (ZWdG/CSU) sprach in diesem Zusammenhang davon, dass, wer den ländlichen Raum stärken wolle, selbst aktiv werden müsse. Bei der konventionellen Breitbandförderung würde man der aktuellen Technik immer hinterherlaufen. Er dankte insbesondere auch den beteiligten Verwaltungen für ihr Engagement, "eine ganz wichtige Infrastrukturmaßnahme zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger bereitstellen zu können".


Wichtiger Standortfaktor

Die Kommunen stehen in der Pflicht, so Altendorfs Bürgermeister Karl-Heinz Wagner (CSU), alle ihre Bürger gleichermaßen und zu denselben Bedingungen zu versorgen. Für ihn ist der Glasfaserausbau ein wichtiger Standortfaktor, um junge Menschen vor Ort zu halten beziehungsweise sie vielleicht auch wieder zur Rückkehr zu bewegen.
Für Pettstadts Bürgermeister Jochen Hack (FWG) "haben sich die Mühen bereits jetzt gelohnt". Er betonte das gute Miteinander der beteiligten Gemeinden. Mit der Stadtnetz Bamberg beziehungsweise den Bamberger Stadtwerken konnten kompetente Partner vor Ort gefunden werden, so dass mit dem kommunalen Glasfaserausbau ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung der Gemeinden getan werden konnte.
Auf der Homepage www.bürgernet.de (mit "ü") informieren die Gemeinden detailliert über den aktuellen Ausbau. "Wir hoffen auf einen milden Winter und darauf, dass in Altendorf die Bahnlinie möglichst schnell gequert werden kann", so Uwe Krabbe, der Geschäftsführer von LAN Consult Hamburg, der im Auftrag der Kommunen den Glasfaserausbau geplant hat. In Pettstadt ist der überörtliche Leitungsbau weitgehend abgeschlossen und im neuen Jahr startet der Glasfaserausbau im Ort selbst.
In Buttenheim werden als nächstes das Gewerbegebiet und das Gebiet rund um die Schule mit Glasfaser versorgt sein. Im Osten Altendorfs ist der Glasfaserausbau fast abgeschlossen und es folgen als nächste Bauabschnitte die Bamberger Straße, die Mühlwiesen, Point II und die Schulstraße.