Zum Bericht "Böses Blut im Stadtrat" (BR vom 6. November, Seite 9) erreicht uns folgende Zuschrift: Wie überall auf der Welt wird auch in Kulmbach versucht, den politischen Gegner mit juristischen Finten, ordnungs- und satzungsgemäßen Spitzfindigkeiten wider besseren Wissens, wenn es nicht anders funktioniert, mundtot zu machen. Eigentlich für mich bisher ehrenhafte Persönlichkeiten aus dem konservativen Lager versuchen, den abgewählten Ex-OB Henry Schramm mit aller Macht zu schützen und als integren moralischen Menschen darzustellen und die gegen ihn erhobenen Vorwürfe abzubügeln.

Dabei geht es scheinbar nur um Essens- und Thermengutscheine sowie um Handtücher im unteren fünfstelligen Bereich, worüber sich - wie man aus Fußballerkreisen hört - oft die Fußballer des ATS zusammen mit dem OB erfreuen durften. Also Peanuts, oder was?

Indem man sich daran festbeißt, geht der eigentliche Skandal fast unter, der sich nämlich beim Kauf bzw. Verkauf des Hauses in der Jean-Paul-Straße abgespielt hat.

Hier handelt es sich offenbar um eine weitaus erblichere Summe als bei den anderen diskutierten Punkten, zu der Henry Schramm das Haus billiger erworben hat als auf dem Immobilienmarkt zu bezahlen gewesen wäre.

Vollzogen wurde der Verkauf, als Schramm Geschäftsführer der Städtebau GmbH war und Stefan Schaffranek (WGK) deren Aufsichtsratsvorsitzender.

Die genauen Zahlen kenne ich nicht, aber die Mitglieder des Aufsichtsrates der Städtebau, Ralf Baumann (SPD), Jörg Kunstmann, Michael Pfitzner (beide CSU) und Ralf Hartnack (WGK) kennen sie ganz genau.

Der Erstgenannte wollte die Öffentlichkeit darüber informieren, die anderen drei versuchen das zusammen mit noch ein paar Mitstreitern aus ihrem Lager unbedingt zu verhindern, wohl wissend, dass hier der gute Kulmbacher Bürger auf die Barrikaden gehen könnte.

Auch der Stadtrat Hans Werther (SPD) wird in der Stadtratssitzung zum Schweigen gebracht, damit er keine Zahlen nennen kann.

Es wäre ein Leichtes gewesen, die im Raum stehenden Zahlen, unabhängig - wie von OB Lehmann vorgeschlagen - prüfen zu lassen, um so oder so endlich Klarheit zu haben.

Auch das wurde von der sogenannten bürgerlichen Mehrheit verhindert.

Ich lasse mich gern überzeugen, dass ich falsch liege. Aber ich glaube, da wird ganz schön was vor dem Kulmbacher Bürgern verheimlicht.

Hoffen wir mal darauf, dass endlich einer den Mut hat, die richtigen Zahlen offenzulegen, auch wenn die selbst ernannte Gestaltungsmehrheit im Stadtrat von CSU, WGK und FDP dies offenbar mit allen Mitteln zu verhindern sucht.

Dann kann sich endlich jeder sein eigenes Bild machen und seine Schlüsse daraus ziehen! Dieter Feldbaum

Bayreuth (früher Kulmbach)