Es ist ein düsteres Thema, spannend und für viele nicht greifbar - das Darknet. Drogen, Waffen und politische Utopien tummeln sich in der digitalen Unterwelt.

Für die Städtische Volkshochschule ist das Darknet ein willkommener Anlass, einen Blick in diese dunkle Welt zu werfen. Man hat Stefan Mey verpflichtet, Autor des Buches "Darknet - Waffen, Drogen, Whistleblower." Er wird am Montag, 7. Oktober, ab 19.30 Uhr in der städtischen Musikschule am Kirchenplatz referieren.

Im "Darknet" verorten die einen die Freiheit und die Utopien, die das Internet einst versprach. Andere sehen dort alles Schlechte im Menschen verwirklicht. Und tatsächlich gibt es beide Seiten der digitalen Unterwelt, berichtet Mey. Verschiedene Medien wie die Washington Post, der Guardian oder die taz haben im Darknet abhörsichere Postfächer für Whistleblower installiert. Auch linke IT-Kollektive und Menschenrechtsgruppen haben das Darknet für sich entdeckt. Es werden aber auch digitale sowie realweltliche Waffen verkauft und in versteckten Darknet-Foren kursiert Kinderpornografie.

Zurzeit ist das Darknet vor allem eine große Einkaufsmeile für illegale Party-, Entspannungs- und Aufputschdrogen. Sie werden auf hochprofessionellen Marktplätzen gehandelt, die die E-Commerce-Mechanismen von Amazon, Otto.de oder Zalando imitieren.

Stefan Mey zeigt die unterschiedlichen Gesichter des Darknets. Auf einer Reise ins Ungewisse erfahren die Hörer, wie das zurzeit bekannteste Darknet namens "Tor" funktioniert, wer die dahinter stehende Anonymisierungstechnologie Tor finanziert und was die Wissenschaft über die digitale Unterwelt weiß. Die Besucher werden erfahren, was sich dort an spannenden und an problematischen Inhalten abspielt. Am Ende seines Vortrags steht Stefan Mey zur Diskussion zur Verfügung. Seine These lautet: Das Internet in seinem heutigen Zustand ist mindestens so besorgniserregend wie das Darknet.

Bis zu 100 Personen haben Platz, der Vorverkauf läuft gut, wie Fabienne Geißdörfer von der VHS mitteilt. Der Eintritt kostet acht Euro (verbilligt vier). red