Die Soldaten- und Reservistenkameradschaft Nordhalben feierte unter der Schirmherrschaft von Landrat Klaus Löffler das Doppeljubiläum 40 Jahre Reservistenkameradschaft und 145 Jahre Soldatenkameradschaft.

Bereits beim Totengedenken am Gedenkstein der Nordhalbener Vereine wiesen die Geistlichen Gemeindereferent Harald Ulbrich und Pfarrer Christoph Teille aus Weißenbrunn auf die Millionen Toten der Kriege hin. Soldaten seien bei ihren weltweiten Einsätzen immer dem Tod nahe, sagten sie. Man gedenke deshalb an diesem Festtag der vielen Millionen Opfer von Gewaltherrschaft und Krieg.

Vorsitzender Bernd Radlo ging bei seiner Ansprache auf die am 24. Juni 1874 begonnen Geschichte ein. Ziel sei es schon damals gewesen, die in Not geratenen Kameraden zu unterstützen. Wie aus den Unterlagen hervorgeht, wurden immer wieder Unterstützungszahlungen an Kameraden oder deren Witwen durch den Kassier angewiesen.

Nachdem zu Kriegszeiten das Vereinsleben zum Erliegen kam, schlossen sich 1953 die damals drei bestehenden Vereine zur Soldatenkameradschaft zusammen. 1960 schloss man sich der Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung (BKV) an, unter welcher man auch heute noch tätig ist. 1979 wurde die Reservistenkameradschaft gegründet und von nun an hieß der Verein Soldaten- und Reservistenkamerdschaft (SRK) Nordhalben.

Bernd Radlo verwies auf den hohen Stellenwert des Vereins in der örtlichen Gemeinschaft. Der Schießstand in der Nordwaldhalle biete optimale Trainingsmöglichkeiten für den Schießsport. Immer wieder beteiligen sich auch Gruppen an den dienstlichen Veranstaltungen der Bundeswehr. Aktuell hat der Verein genau 150 Mitglieder und mit Franz Walter noch ein Ehrenmitglied in seinen Reihen.

Zweiter Bürgermeister Ludwig Pötzinger meinte, dass die SRK auf vorbildliche Weise den Bundeswehrumbau unterstütze. Seitdem die Wehrpflicht im Jahr 2011 ausgesetzt wurde, seien die Reservisten umso mehr gefragt. Durch Benefizkonzerte würde auch die Gemeinde immer wieder finanziell bedacht. Schirmherr Klaus Löffler überbrachte die Glückwünsche des Landkreises. Bernd Radlo stehe seit 30 Jahren an der Spitze des aktiven Vereins und leiste eine tolle Arbeit. Man müsse froh sein über 70 Jahre in Frieden und Freiheit leben zu dürfen. Dieser Frieden fange aber bereits im Kleinen, im eigenen Umfeld an. Europa stehe für Stabilität in der Weltpolitik, es gebe deshalb keine Alternative zu Europa, sagte der Landrat.

Kreisorganisationsleiter Michael Ries meinte, man dürfe sich durch die Politik nicht vereinnahmen lassen. Der Schwerpunkt der Reservistenkameradschaften, wobei Nordhalben ein starker Ortsverein sei, sollte auf interne und regionale Veranstaltungen gelegt werden. Man trete für Frieden, Freiheit, Tradition, Brauchtum und Kultur ein. Die lange Geschichte weiterzuschreiben, liege in den Händen der Kameradschaften, so Ries.

Als Vertreter der Bundeswehr war Oberstleutnant a.D. Peter Schöffler vom Regionalstab Nord zum Jubiläum nach Nordhalben gekommen. Er bezeichnete die SRK Nordhalben als Aktivposten in Hochfranken. Für die Förderung der Reservistenarbeit überreichte er eine Urkunde.

Die Glückwünsche der Kreisgruppe Oberfranken Nord überbrachte der Kreisvorsitzende Helmut Wohlleben. BKV-Präsident Hans Schiener und der Kreis- und Bezirksvorsitzende Gottfried Betz ehrten elf Kameraden mit unterschiedlichen Auszeichnungen. Geehrt wurden: Horst Schnura, Heinz Demantke und Hans Köstner (alle Verdienstkreuz in Bronze), Bernd Radlo (Verdienstkreuz in Silber), Klaus Weber und Detlef Heublein (beide Ehrenkreuz in Bronze), Manfred Wunder (Ehrenkreuz in Silber), Henry Ziegler und Harald Wunder (Ehrenkreuz in Gold) sowie Jochen Neubauer (Kanonerie in Gold) und Manfred Köstner (Sportverdienstkreuz).

Michael Wunder