"In der Sache Hausfriedensbruch: Das Hausverbot wurde aufgehoben, den Strafantrag habe ich zurückgenommen." Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD) eröffnete die Gemeinderatssitzung in Reckendorf am Mittwochabend mit seinem Kurzbericht und ging mit diesem einen Satz auf die aktuelle Entwicklung zum Thema ein.

Hintergrund: Deinlein hatte für die bisherige Presseberichterstatterin Adelheid Waschka, nachdem diese eine Bürgerversammlung besucht hatte und den Saalverweis nicht akzeptiert hatte, ein Hausverbot verhängt und eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch angestrengt. Deinleins Vorgehen war in der Dezember-Sitzung des Gremiums von mehreren Seiten deutlich kritisiert worden, ein Antrag mit der Bitte um Zurücknahme von Strafanzeige und Hausverbot wurde damals bei zwei Gegenstimmen angenommen. Auch der Bayerische Journalisten-Verband hatte sich in die Diskussion eingeschaltet. Nachfragen von Seiten der Gemeinderäte gab es nun keine. Waschka selbst saß als Zuhörerin im Besucherbereich.

Die damals nicht vollständig durchgeführte Bürgerversammlung soll schnellstmöglich nachgeholt werden, angesichts der Pandemielage sei der für Anfang Februar anvisierte Termin aber nicht zu halten, so Deinlein.

Innen statt außen!

Einen langen Bericht trug der Bürgermeister zur Baunach-Allianz vor. Insbesondere die neu gewählten Gemeinderäte wolle er über den aktuellen Stand informieren, so seine Einführung. Seit 2019 sei mit Felix Henneberger ein eigener Allianz-Manager beschäftigt, der sich um die Belange der Allianz kümmere - wenn auch zurzeit stark eingeschränkt durch die Corona-Situation. Es gebe regelmäßige Vorstands- und Lenkungsgruppen-Sitzungen, Öffentlichkeitsarbeit (unter anderem seien die Fairtrade-Stofftaschen zu erwähnen, die auch Neubürgern überreicht würden) und die eigene Webseite. Aktuell sei man dran, die Allianz zur ersten Fairtrade-Allianz zu machen. "Die wichtigste Aufgabe ist es aber, dem Donut-Effekt entgegenzuarbeiten. Das meint: Unsere Orte dürfen nicht außen schön und innen leer und verlassen sein", so Deinlein.

Das Gemeindeoberhaupt ging auch auf die sieben Handlungsfelder ein und erwähnte einzelne Projekte.

Siedlungsentwicklung: Hier habe man eine Eigentümerbefragung durchgeführt, eine Flächenmanagement-Datenbank sei entstanden. Eine Immobilienbörse, die für Reckendorf aber aufgrund der geringen Verfügbarkeit von Bauflächen etc. weniger wichtig sei, laufe ebenfalls. Aufgelegt wurde ein Förderprogramm in Sachen Leerstand mit Bauberatung durch einen Architekten, es gebe zudem Zuschüsse für Bauherren. Wirtschaft und Verkehr: Das regionale Kernwegenetzkonzept sei zwar durch Corona stark ausgebremst worden, dennoch werde nun weitergearbeitet. Mit landwirtschaftlichen Betrieben sei erörtert worden, wo die Kernwegenetzbeziehungen gestaltet werden sollen. Ein eher langfristig gedachtes Projekt sei die Wiederbelebung der Bahnstrecke über Ebern hinaus nach Maroldsweisach, zudem solle eine regionale Direktvermarktung aufgebaut werden.

Natur und Umwelt: Biotope, Selbsterntefelder, Blühflächen und die Regionalvermarktung bestimmten dieses Handlungsfeld. Wobei Selbsterntefelder in Reckendorf nicht angedacht seien, dafür habe man gemeindeeigene Bäume bei der Plattform "Mundraub" eingetragen. Die Blühwiesen erreichten bisher einen guten Zuspruch, Gerach habe sich mit der Ausweisung eines Natur- und Erlebnispfades hervorgetan. Daseinsfürsorge: Eine Kooperation der regionalen Bauhöfe laufe gut - es gebe gemeinsame Ausschreibungen, Schulungen und regelmäßigen Austausch der Bauhofleiter. Umgesetzt wurden die Mitfahrerbänke, die aber reger genutzt werden könnten. Die Beschaffung eines Bürgerbusses habe Reckendorf überlegt, sich von der Idee aber verabschiedet.

Tourismus und Freizeit: Entstehen solle ein Freizeitführer für die Allianz. Der Ausbau von Radwegen, auch themenbezogen, spiele ebenfalls eine wichtige Rolle. Angedacht sei auch eine Boulderanlage (Klettern) in der Natur.

Bürgerschaftliches Engagement: Bezüglich der kulturellen Zusammenarbeit gebe es Überlegungen bezüglich der Musikschulen. Ein großer Bereich sei der Fördertopf für Kleinstprojekte, aus dem Projekte bis maximal 20 000 Euro gefördert werden könnten. In Reckendorf seien so beispielsweise eine Fallschutzanlage bei der Nachmittagsbetreuung und eine Akustikdecke im Restaurantbereich entstanden. Für 2021 müssten bis Mitte Februar Projekte gemeldet werden.

Eigenwerbung: Auf der Homepage der Baunach-Allianz (www.baunach-allianz.de) gebe es alle wichtigen Informationen. Auch ein Newsletter könne hier abonniert werden, berichtete der Bürgermeister..